11.12.2007

Russische Tieftemperaturfette auf dem Prüfstand

Russische Tieftemperaturfette auf dem Prüfstand Vergleichbarkeit mit DIN gekennzeichneten Fetten wird ermöglicht

Hagen, Dezember 2007. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der CARL BECHEM GMBH hat verschiedene Tieftemperaturfette aus den Nachfolgestaaten der UdSSR auf ihre untere Gebrauchstemperatur hin untersucht.
Die untere Einsatztemperatur wird bei diesen Produkten häufig mit -50 °C, teilweise auch mit -60 °C angegeben.

Unklar ist allerdings nach welchen Kriterien die angegebenen Temperaturen bestimmt werden. Ein Vergleich mit anderen Produkten ist deshalb nicht ohne weiteres m öglich.
Diese Untersuchung hat ergeben, dass zwischen den Angaben auf den Gebinden der russischen Fette und den Testergebnissen gemäß DIN 51 825 eine Differenz von 20 °C bis 40 °C liegt.

Fette, die nach DIN einer unteren Gebrauchstemperatur zwischen -30 °C bis -40 °C entsprechen, sind bezüglich dieser Eigenschaft also durchaus mit Produkten auf dem russischen Markt vergleichbar, deren Tiefsttemperatur- bereich mit bis zu -60 °C angegeben ist.

Testverfahren nach KESTERNICH gemäß DIN 51 805
In den BECHEM Laboratorien wird das Testverfahren nach KESTERNICH gemäß DIN 51 805 angewandt. Dabei wird eine kleine Düse (Bild 1) mit einer Fettprobe gefüllt und auf die Prüftemperatur heruntergekühlt. Daraufhin wird die Düse mit einem Gasdruck beaufschlagt, der langsam in Stufen erhöht wird. Der Druck, bei dem das Fett die Gasströmung freigibt, ist der Fließdruck. Dieser hat einen unmittelbaren Einfluss auf die Angaben der unteren Gebrauchstemperatur. Gemäß DIN 51 825 darf man nur die Temperaturen als untere Gebrauchstemperatur angeben, bei denen nach DIN 51 805 im Verfahren nach KESTERNICH ein Fließdruck von höchstens 1400 mbar gemessen wurde. Dieses Verfahren ist relativ weit verbreitet, einfach und gut reproduzierbar. Es ist sehr gut geeignet, um die unteren Einsatzgrenzen verschiedener Fette miteinander vergleichbar zu machen.

Ergebnisse des Testverfahrens
Die vier getesteten Fette, hier mit den Buchstaben A bis D benannt, erreichen alle in den durchgeführten Testverfahren nicht die unteren Gebrauchstemperaturen, die von den Herstellern angegeben wurden. Der Fließdruck ist bei Temperaturen von -50 °C und -20 °C bestimmt worden. Bei -50 °C konnte keines der Fette der Forderung nach einem Fließdruck unter 1400 mbar standhalten. Produkt A, C und D erfüllen die Anforderungen bei -20 °C. Produkt B erzielte auch bei -20 °C keine ausreichenden Ergebnisse. Den Testergebnissen zufolge, liegen die unteren Gebrauchstemperaturen für Produkt A bei -30 °C, für Produkt B bei -10 °C, für Produkt C bei -20 °C und für Produkt D bei -30 °C. Dementsprechend befinden sich die nach DIN 51 825 ermittelten unteren Einsatztemperaturen ungefähr 20 °C bis 40 °C höher als von den Herstellern angegeben.

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