Schmierstoff ABC: Im Web und als App.

Von A wie Anti-Friction Coating bis Z wie Zweitraffinat informiert Sie das BECHEM Schmierstoff ABC über viele chemische und physikalische Aspekte rund um Schmierstoffe und deren Anwendungen. 

Schmierstoff ABC APP
Abel-Testmehr

Verfahren nach ISO 13736 zur Bestimmung des Flammpunkt es von brennbaren Flüssigkeiten im Bereich von -30 °C bis 70 °C im geschlossenen Tiegel nach Abel. Ähnlich ist die Methode nach Abel-Pensky (DIN 51755).

Ablagerungenmehr

Bestehen hauptsächlich aus Schmutz- und/oder Rußteilchen, die z. B. durch Ölalterung, mechanischen Verschleiß, Verbrennungsrückstände, hohe thermische Belastungen usw. entstehen.

Abrasionmehr

[v. lat. abrasio = Abkratzung]. Flächenmäßiger Materialabtrag durch feine und frei bewegliche Feststoffe, der entsteht, wenn zwei Oberflächen aufeinander gleiten.

Abschmierfettemehr
Abschmierfette

Schmierfette (z. B. NLGI 1 oder 2) mit gutem Förderverhalten, überwiegend auf Basis von Calcium- oder Lithiumseifen . Sie sind wasserabweisend und besitzen ein gutes Haftvermögen.

Abschreckölmehr

Öl zur Wärmebehandlung von Stählen zur Einstellung definierter Härte (siehe auch Härteöle , Anlassöle , Blankhärteöle ).

ACEA mehr

[franz.] (= Association des Constructeurs Europeéns d'Automobiles). Vertretung der europäischen Automobilindustrie auf dem Gebiet der Betriebsstoffe.

Acrylat-Kautschuk (ACM) mehr

Polymer mit elastomeren Eigenschaften aus Ethylacrylat oder zusätzlich mit anderen Monomeren, z. B. Ethylen (Ethen) als Copolymer.

ACSmehr

[franz.] (= Attestation de conformité sanitaire). Französische Zulassung für Produkte mit Trinkwasserkontakt.

Additivemehr

A. sind Wirkstoffe, die Schmierstoffen zugesetzt werden, um bestimmte Eigenschaften, die Schmierstoffgrundöle nicht oder nur in zu geringer Ausprägung besitzen, zu erzielen, zu verbessern oder auch um negative Eigenschaften zu minimieren. Additive sind z. B. Antioxidantien, Antischaumzusätze, Extreme Pressure Additive, Verschleißschutz-Additive, Demulgatoren, Dispergiermittel, Korrosionsinhibitoren und Viskositätsindex-Verbesserer etc.

AGMA/AGMA-Spezifikation mehr

[engl.] (= American Gear Manufacturers Association). Die AGMA-Spezifikation enthält Schmierstoffempfehlungen für offene und für geschlossene Industriegetriebe. Die Getriebeöle sind eingeteilt in 9 Viskositätsbereiche.

Aktivschwefelmehr

Anteil des in einem Schmierstoff enthaltenen Schwefels, der bis +100 °C mit Kupfer unter Sulfidbildung reagiert.

Aliphatenmehr

A. sind gesättigte und ungesättigte Kohlenwasserstoffe . Sie können gerade oder verzweigte Ketten und cyclische (ringförmige) Moleküle enthalten, jedoch keine aromatischen Bestandteile. Gesättigte Aliphaten sind Normal- und Iso-Paraffine (Alkane). Ungesättigte Aliphaten mit einer oder mehreren Doppelbindungen werden Olefine (Alkene, Diene) genannt, mit einer oder mehreren Dreifachbindungen Alkine.

Alkalienmehr

Nicht klar definierte Bezeichnung für Substanzen, deren Lösung mit Wasser alkalische Reaktionen zeigen (pH > 7). Dies sind z. B. die Hydroxide der Alkali- und Erdalkalimetalle, wie Natrium, Lithium, Calcium, und Barium. Sie werden zur Neutralisation von organischen und anorganischen Säuren (Phenole, Schwefelsäure usw.) und zur Herstellung von Metallseifen für Schmierfette verwendet.

Alkanemehr

A. sind in der organischen Chemie gesättigte Kohlenwasserstoffe ohne Mehrfachbindungen (auch Paraffine genannt). Der grundlegende Aufbau besteht aus unverzweigten (n-Alkane) oder verzweigten Molekülketten (iso- bzw. neo-Alkane). Diese gesättigten Kohlenwasserstoffe bilden eine homologe Reihe mit der allg. Summenformel CnH2n+2. Ringförmige gesättigte Moleküle werden Cycloalkane genannt, deren allg. Summenformel lautet: CnH2n.

Alkoholemehr

A. sind Kohlenwasserstoffe , deren Molekül eine oder mehrere OH-Gruppen enthalten wie z. B. mit einer OH-Gruppe Ethanol, Methanol, Isopropanol bzw. mit zwei oder mehr OH-Gruppen: Ethandiol (Ethylenglykol), Propantriol (Glycerin).

Alkylierungmehr

Verfahren der organischen Synthese zur Anlagerung von Alkylgruppen (Gruppe von miteinander verbundenen Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen) an Kohlenwasserstoffe . Hierbei werden Alkylgruppen von einem Molekül zum anderen transferiert. Gängiges Syntheseverfahren zur Herstellung von Rohstoffen für die petrochemische Industrie.

Almen-Wieland-Ölprüfmaschine mehr

Prüfapparatur für die Untersuchung von Getriebeölen, Schmierfetten, Feststoffdispersionen, Pasten und Metallbearbeitungsflüssigkeiten. Geprüft werden die Hochdruckeigenschaften und das Verschleißverhalten im Mischreibungsgebiet durch eine hydraulische Belastung der Prüfwelle bis zum Bruch (Angabe der Maximallast beim Brechen).

Alterungmehr

Chemische Veränderung von Stoffen bzw. Schmierstoffen durch Einflüsse wie Luftsauerstoff, Temperatur, Licht (allgemein: Strahlung) und durch die katalytische Wirkung von metallischen und sonstigen Verunreinigungen.

Alterungsverhaltenmehr

Das Alterungsverhalten von Industrieschmierölen ist ein wichtiges Leistungskriterium, das nach verschiedenen Verfahren bestimmt werden kann: Für Schmieröle kann die Neigung zur Bildung von Koksrückständen nach Conradson bei Alterung mit Durchleiten von Luft nach DIN 51352 T1 oder Durchleiten von Luft in Gegenwart von Eisen (III)-Oxid (für Turbinenöle TDL) nach DIN 51352 T2 gemessen werden. Zur Charakterisierung des Alterungsverhaltens von additivierten Dampfturbinen- und Hydrauliköl en wird der Anstieg der Neutralisationszahl bei Einleitung von Sauerstoff in Gegenwart von Wasser, Stahl und Kupfer festgestellt nach DIN 51587 bzw. DIN EN ISO 4263-1 (TOST-Verfahren). Für Industriegetriebeöle wird der TOST-Test gemäß DIN EN ISO 4263-4 leicht abgewandelt über die Änderung der Viskosität ausgewertet.

Altölemehr

A. sind nicht mehr verwendbare Gebrauchtöle, die z. B. durch Alterung oder Verunreinigung ihre Schmiereigenschaften größtenteils eingebüßt haben. Eine Verwendung für weniger anspruchsvolle Schmierungsaufgaben (ggf. auch mit entsprechenden Nachschmierintervallen) ist durch geeignete Reinigungsverfahren möglich. Das Gesetz über die \"Vermeidung und Entsorgung von Abfällen\" (Abfallgesetz AbfG) vom 27. August 1986, § 5 a Altöle beschreibt Altöle als gebrauchte halbflüssige oder flüssige Stoffe, die ganz oder auch teilweise aus Mineralöl oder synthetischen Ölen bestehen. Dazu zählen auch ölhaltige Rückstände in Behältern oder auch Emulsion en sowie Wasser-Öl-Gemische. Das Gesetz schreibt ein getrenntes Sammeln und Lagern von Altölen vor und unterscheidet dabei drei Gruppen:
a) Altöle z. B. aus Getrieben, Verbrennungsmotoren, Maschinen, Turbinen und Hydrauliksystemen, die sich mittels Zweitraffination wieder aufarbeiten lassen. Weiter zählen dazu Altöle, die max. 20 mg/kg PCB enthalten (bestimmt als 4 mg/kg PCB mittels definiertem Untersuchungsverfahren oder 2 g/kg Gesamthalogen).
b) Mineralölhaltige Metallbearbeitungs- und Isolieröle mit einem hohen Grad an Schadstoffen, die aber in Anlagen verbrannt werden dürfen, die dem Bundes-Immissionsschutzgesetz entsprechen und danach zugelassen sind.
c) Als Sonderabfall zu entsorgende Gebrauchtöle, das können z. B. geringe Mengen mit unbekannter Herkunft sein, Hydrauliköle aus dem Untertagebau und alle anderen Öle, die nicht wie unter a) und b) beschrieben, zugeordnet werden können – siehe AbfG.

Aluminiumkomplexseifemehr

Mischung verschiedener, meist organischer Säuren, mit Aluminiumhydroxid verseift.

Aluminiumkomplexseifen-Schmierfette mehr

Bei diesen Fetten wirken Mischungen basischer, meist organischer Salze (Gemische verschiedener, meist organischer Säuren, mit Aluminiumhydroxid verseift) des Aluminiumhydroxids als Verdicker . Sie zeichnen sich durch eine gute Wasserbeständigkeit , gutes Haftvermögen, gute Förderbarkeit, niedrige Ölabscheidung und einen hohen Tropfpunkt aus. Ihre Walkstabilität ist eher mäßig. Häufige Verwendung als Lebensmittelschmierstoff und Mehrzweckfett in der Stahlindustrie.

Aluminiumseifen-Schmierfette mehr

A. weisen ein gutes Haftvermögen, eine gute Wasserbeständigkeit , einen niedrigen Tropfpunkt und eine schlechte Walkstabilität auf. Bei diesen Fetten wird als Verdicker eine mit Aluminiumhydroxid verseifte organische Säure (meist Fettsäure) eingesetzt.

ANmehr

Kennbuchstabe der Schmierstoffkennzeichung für Normalschmieröle .

Anilinpunkt (AP) mehr

Temperatur in °C, bei der sich eine durch Erhitzen homogenisierte Lösung mit gleichen Volumenteilen Öl und Anilin beim Abkühlen durch Entmischen trübt. Beim Vergleich zweier Mineralöle besitzt das Öl mit dem niedrigeren Anilinpunkt polareren Charakter und damit in der Regel bessere Lösungseigenschaften für Additive.

Anlassöle mehr

Öle zur Wärmebehandlung von Stählen. Werden für das „Anlassen“ und „Vergüten“ von gehärtetem Stahl verwendet und dienen somit dem Abbau von Materialspannungen. Siehe auch Härteöle , Blankhärteöle .

Anorganischer Binder mehr

Bindemittel in Beschichtungsstoffen auf der Basis anorganisch-chemischer Substanzen.

Anti-Friction-Coatings mehr

AFC, auch Gleitlacke genannt, sind Schmierstoffdispersionen, die im Formulierungsprinzip den üblichen Industrielacken gleichen. In einem organischen Lösungsmittel oder Wasser sind Festschmierstoffe anstatt von Farbpigmenten sowie Harze als Bindemittel enthalten. Als Festschmierstoffe werden meist Molybdändisulfid , Graphit und PTFE verwendet, zum Teil auch als Nanopartikel. Nach dem Verdunsten des Lösemittels und dem Aushärten des Bindemittels entsteht eine grifftrockene Beschichtung. Entscheidend für ihre Schmierwirksamkeit und den Korrosionsschutz ist neben der Auswahl der einzelnen Rohstoffe die Pigmentvolumen-Konzentration. AFC werden vorzugsweise durch Spritzen und Tauchen auf gründlich entfetteten Oberflächen angewendet. Aber auch Lacktrommelverfahren, Tauchzentrifugen, elektrostatische und automatische Spritzverfahren, Druckauftrag, Walzenauftrag sowie die verschiedensten in der Industrie bekannten Trocken- und Aushärtungsverfahren sind möglich.

Anti-Wear-Eigenschaften (AW) mehr

Verschleißschutzeigenschaften: Schmierstoff schützt durch Bildung einer Reaktionsschicht unter Druck und Temperatur im Schmierspalt vor Verschleiß.

Antioxidantien (AO) mehr

A., auch Oxidationsinhibitoren genannt, sind chemische Zusätze (Wirkstoffe, Additive ), die unerwünschte Reaktion mit Sauerstoff oder andere oxidative Prozesse verlangsamen oder unterbinden können. Sie werden Schmierstoffen zugesetzt, um die Alterung des Schmierstoffes zu verzögern.

Aräometer mehr

[v. griech.]. Gerät zur Bestimmung der Dichte nach DIN 51757: Tauchspindel

Aromatenmehr

A. sind planare, ungesättigte cyclische (ringförmige) Kohlenwasserstoffe mit konjugierten Doppelbindungen.

Aschemehr

Rückstand, der bei der Verbrennung (Veraschen) des organischen Anteils z. B. von Schmierstoffen zurückbleibt. Besteht überwiegend aus den Oxiden und Carbonaten der enthaltenen anorganischen Bestandteile (Mineralstoffe), bei Zusatz von Schwefelsäure (Sulfatasche ) auch aus den Sulfaten der Mineralstoffe.

ASTM mehr

[engl.] (= American Society for Testing and Materials). Amerikanische Institution für Normung.

Atomabsorptionsspektroskopie (AAS) mehr

Methode zur Bestimmung von chemischen Elementen z. B. in Schmierstoffen.

Aufsalzungmehr

A. findet statt, wenn in wässrigen Kühlschmierflüssigkeiten durch Bearbeitungswärme verdunstetes Wasser ständig durch salzhaltiges Wasser (Leitungswasser, Brunnenwasser) ergänzt wird. Die Folge sind korrodierende Anlagen und Werkstücke. Aufsalzung kann durch die Verwendung von vollentsalztem Wasser zum Nachsatz vermieden werden.

Ausblutenmehr

A. ist ein Vorgang, bei dem sich das im Schmierfett enthaltene Öl von dem Seifengerüst trennt und herausläuft.

Automatenölmehr

Nichtwassermischbarer Kühlschmierstoff (Schneidöl) für einfache Metallbearbeitungsoperationen auf Automaten.

Automatic Transmission Fluid (ATF) mehr

Spezielle Getriebeöle für den Einsatz in Automatikgetrieben mit herausragenden Produktmerkmalen wie hohe Scherstabilität , gutes Viskositäts-Temperaturverhalten, hohe Oxidationsstabilität, sehr gutes Lasttragevermögen mit definiertem Reibverhalten, geringe Schaumbildung und gutes Luftabscheidevermögen .

AW-Additive mehr

[engl.] (= Anti Wear Additive ). Zusätze gegen Verschleiß auf Basis organischer Verbindungen. Aufgrund physikalisch-chemischer Kräfte kommt es zu Anlagerungen an Metalloberflächen, die einen Schutz gegen Verschleiß bewirken. Diese Wirkstoffe mindern im Mischreibungsgebiet den Verschleiß, wie z. B. bei niedrigen Temperaturen durch Physisorption wirkende Zusätze wie Fettsäuren , Fettöle (hochpolare, grenzflächenaktive Stoffe ), sowie reaktionsschichtbildende Additive wie Metall-Dithiophosphate und Hochdruckzusätze in Form von Schwefel- , Chlor-, Phosphorverbindungen etc.

Baader-Testmehr

Der Test dient bei Getriebe-, Hydraulik- , Isolier- und Turbinenölen zur Bestimmung der Alterungsneigung unter Einwirkung von Kupfer und Wärme. Das Ergebnis liefert den dielektrischen Verlustfaktor, die Kupferseifenzahl und den Schlammgehalt. Bestimmung nach DIN 51554 T1/T2/T3.

Bakterienbefallmehr

Besiedelung eines Mediums bzw. Substrates mit Bakterien. Tritt häufig bei wassergemischten Kühlschmierstoffe n (Emulsion en, Lösungen) auf. Hierbei schaffen die organischen Bestandteile, der hohe Wasseranteil und dessen Salzgehalt, die gute Belüftung und die abgeführte Wärme des Metallbearbeitungsprozesses gute Wachstumsbedingungen. In Kühlschmierstoffen führt Bakterienbefall meist zur Absenkung des pH-Wert es und damit zu Korrosionsproblemen sowie zur Bildung unangenehmer Gerüche, zur verstärkten Schaumbildung und im Endstadium zur Phasentrennung von Emulsionen (Aufrahmung). Zur Vermeidung dieser Probleme sind Kühlschmierstoffen meist mit Bakteriziden, Fungiziden und bakteriostatischen Wirkstoffen ausgerüstet.

Bariumkomplexseifemehr

Mischung verschiedener, meist organischer Säuren, mit Bariumhydroxid verseift.

Bariumkomplexseifen-Schmierfette mehr

Schmierfette mit guter Wasser- und Dampfbeständigkeit, guten Korrosionsschutzeigenschaften, hohem Lasttragevermögen und hohem Tropfpunkt . Geeignet für tiefe und hohe Temperaturen, bei denen als Verdicker mit Bariumhydroxid verseifte Mischungen verschiedener, meist organischer Säuren eingesetzt werden.

Barrelmehr

[engl.]. Internationales Raummaß (deutsche Übersetzung: Fass, Einheitszeichen bl, bbl). Während das Imperial Barrel nicht mehr im Gebrauch ist, hat sich das U.S.-Barrel in der Erdölindustrie seit der Anfangszeit der Erdölförderung gehalten. Noch heute wird die Preisnotierung des Rohöl s am Weltmarkt in Dollar pro Barrel angegeben. 1 Barrel (1 bbl) = 42 US-Gallone n (42 gal) = 159 Liter (genau: 158,9873)

Basisöle (Grundöle)mehr

B. sind der Hauptbestandteil von Schmierstoffen. Deren Art und Menge in einem Produkt sind mit entscheidend für Viskositäts-Temperaturverhalten, Oxidationsbeständigkeit, Ansprechverhalten der Additivierung, Penetration , Reibungsverhalten, Elastomerverträglichkeit usw.

Batch Blendingmehr

[engl.]. Chargenweise (diskontinuierliche) Herstellung (Mischen und Additivieren) von Gemischen und Zubereitungen in beheizbaren Mischkesseln mit Rührvorrichtungen. Übliches Produktionsverfahren für Schmierstoffe. Seltener werden das sogenannte Inline Blending (gleichzeitige Zuführung von Basisöle n und Additive n durch eine Leitung mit Mischstrecke, die in den Fertigprodukttank führt) oder andere kontinuierliche Verfahren angewendet, da hier Flexibilität in Bezug auf die in der Schmierstoffindustrie vorhandene Produktvielfalt eingeschränkt ist.

Baumaschinenschmierstoffe mehr

Für Baumaschinen geeignete Schmierfette sowie Getriebe-, Hydraulik- und Motorenöle gemäß DIN 51516.

BECHEM LUBRICATION TECHNOLOGYmehr

Geschütztes Warenzeichen der CARL BECHEM GMBH, Hagen, dem ältesten, deutschen Schmierstoffhersteller (Unternehmensgründung 1834). BECHEM entwickelt, produziert und vertreibt weltweit Hochleistungsschmier- und Verfahrensstoffe basierend auf den neuesten Erkenntnissen der Tribologie.

Belgaqua-Zertifikatmehr

Zertifikat der belgischen Vereinigung des Wasserfaches für Produkte mit Trinkwasserkontakt.

Benetzungsvermögen mehr

Eigenschaft, Oberflächen zu benetzen.

Bentonitmehr

Gemisch silikatischer Tonmineralien, das durch den hohen Anteil von Schichtsilikaten eine hohe Quellfähigkeit aufweist. Hierdurch eignet es sich hervorragend als anorganischer Eindicker zur Herstellung von Schmierfetten mit gutem Tieftemperaturverhalten. Sie besitzen keinen Tropfpunkt , sind unverträglich mit anderen Schmierfetten und schwerer additivierbar.

Benzinmehr

Aus Erdöl gewonnene Kohlenwasserstoffe , im Siedebereich von ca. 25 °C bis ca. 210 °C (einschließlich Petroleum bis ca. 280 °C). Verschiedene Qualitäten werden unterschieden: Rohbenzine (Naphtha) als Ausgangsprodukte für petrochemische Prozesse, Spezial- und Testbenzine als Lösemittel, Reinigungsmittel, wie z. B. Petrolether, Siedegrenzenbenzine, FAM-Normalbenzin und Wetterlampenbenzin, Motorenbenzine für Ottomotoren, Flugturbinenkraftstoffe (Kerosin ) und Flugbenzin.

Benzolmehr

(Systematischer Name nach IUPAC: Benzen). Cyclischer (ringförmiger) Kohlenwasserstoff mit der Summenformel C6H6. Einfachster Kohlenwasserstoff der sogenannten Aromaten , deren Charakteristik das Vorhandensein ein- oder mehrkerniger, planarer Ringsysteme mit konjugierten Doppelbindungen ist. Benzol wurde früher häufig als Lösemittel eingesetzt. Seit die krebserregende Wirkung des Benzols bekannt ist, wurde es in dieser Anwendung durch Toluol (Methylbenzol) oder Xylol (Isomere des Dimethylbenzols) ersetzt.

Bioschmierstoffemehr

Für die Bezeichnungen Bioschmierstoffe und Biohydrauliköle gibt es keine allgemein gültigen und verbindlichen Festlegungen. Allmählich setzt sich jedoch folgende Definition durch: „Bioschmierstoffe und Biohydrauliköle bestehen zum überwiegenden Anteil aus nachwachsenden Rohstoffen und sind biologisch schnell abbaubar.“

Biostabilität mehr

Eigenschaft, dem biologischen Abbau durch Mikroorganismen zu widerstehen.

Bitumen mehr

[lat.]. Hochmolekulare, halbfeste bis feste Kohlenwasserstoffgemische, die als Rückstand nach der Vakuumdestillation des Rohöl es zurückbleiben. Bitumen wird eingesetzt in der Herstellung von Asphalt, Dachpappen und Beschichtungsstoffen für den Bautenschutz.

Blankhärteöle mehr

Öle zur Wärmebehandlung von Stählen zur Einstellung definierter Härte. Durch die hohe Alterungsbeständigkeit und besondere Additivierung werden dunkle Ablagerungen auf den wärmebehandelten Teilen im Abschreckprozess vermieden.

Blauer Engel mehr

Der blaue Engel ist das bekannteste und erste Umweltlabel weltweit, das seit 1978 von einer unabhängigen Kommission nach spezifizierten Kriterien für umweltfreundliche Dienstleistungen sowie Produkte vergeben wird. Der blaue Engel wird für 90 Produktkategorien vergeben. Vergabestelle ist das RAL-Institut . Für Hydraulikflüssigkeiten ist die genaue Bezeichnung des „blauen Engels“: RAL-UZ 79

Blenden mehr

[engl.]. Mischen von verschiedenen Rohstoffen zu einem Endprodukt ohne chemische Reaktionen (ausgenommen Neutralisationsreaktionen). Kann diskontinuierlich chargenweise im Mischkessel (siehe Batch Blending ), als gemeinsame Zuführung der Komponenten über eine Leitung (Inline Blending) oder kontinuierlich erfolgen.

Blockfette mehr

In Ziegel-, Block- oder Brikettform geschnittene Schmierfette der NLGI-Klassen 5 und 6. Diese sehr festen Fette werden heute praktisch nicht mehr eingesetzt.

Bohröle mehr

Umgangssprachliche, ungenaue Bezeichnung für emulgierbare Kühlschmierstoffe . Gemeint sind mit Wasser emulgierbare, mineralölhaltige wassermischbare Konzentrate zur Herstellung von Emulsion en für die Metallbearbeitung.

BPA mehr

BPA bezeichnet den Beginn der Paraffinausscheidung und damit die Temperatur, bei der die Kristallisation der Paraffine in Ölen beginnt. Messung als Cloud Point nach DIN ISO 3015: Temperatur, bei der unter definierten Bedingungen ein Öl durch Ausscheidung von Paraffinkristallen eintrübt.

Brechungsindex mehr

B. auch Brechzahl genannt. Gibt die Änderung der Ausbreitungsrichtung eines Lichtstrahles beim Übergang zwischen zwei nicht absorbierenden Stoffen unterschiedlicher optischer Dichte an. Eignet sich zur Identifizierung von Substanzen, z. B. Mineral- und anderen Ölen. Bestimmung gemäß DIN 51423 T1/T2.

Brennpunkt mehr

Der B. gibt die auf einen definierten Druck bezogene niedrigste Temperatur an, bei der die Dampfphase einer Flüssigkeit bei gleichmäßiger Erwärmung durch Entzündung in einem offenen Tiegel mind. 5 s weiter brennt. Bestimmung gemäß DIN ISO 2592.

Brightstock mehr

[engl.]. Helles, hochviskoses Schmieröl (meist 450 bis 700 mm2/s bei 40°C), das aus dem Rückstand der Vakuumdestillation des Rohöl es gewonnen wird, gute Schmiereigenschaften.

Brugger mehr

Die Prüfung nach Brugger beschreibt das Verhalten von Schmierstoffen in Tribosystem en, in denen Mischreibung zwischen Reibpartnern aus Stahl auftritt. Je nach Schmierstoffeigenschaft erzeugt der rotierende Prüfring eine unterschiedlich große Verschleißfläche auf dem feststehenden Prüfzylinder. Aus dieser Verschleißfläche wird dann die Belastbarkeit des Schmierstoffes in N/mm2 berechnet. Geeignet für mittel- bis hochviskose Schmierstoffe. Bestimmung nach DIN 51347.

Brünieröle mehr

B. werden zum Schwärzen (Brünieren) von Stahloberflächen verwendet. Das Brünieren wird auch eingesetzt, um einen Haftgrund für weitere Oberflächenbehandlungen (z. B. Lackieren) zu erzeugen.

Buntmetall mehr

Unedle Nichteisenmetalle (NE): Kupfer, Kobalt, Nickel, Zinn, Zink, Cadmium, Blei sowie einige ihrer Legierungen (Messing, Bronze, Rotguss).

Buntmetallinhibiertmehr

Schmierstoff enthält Additive gegen Buntmetallkorrosion.

C mehr

Kennbuchstabe der Schmierstoffkennzeichnung, beschreibt die Anforderungen an Umlauföle nach DIN 51517 Teil 1.

Calciumkomplexseife mehr

Mischung verschiedener, meist organischer Säuren, mit Calciumhydroxid verseift.

Calciumkomplexseifen-Schmierfette mehr

Wasserbeständige Schmierfette mit guten Korrosionsschutzeigenschaften und hohem Lasttragevermögen . Als Verdicker werden mit Calciumhydroxid verseifte Mischungen verschiedener, meist organischer Säuren eingesetzt. Bei längerem Einwirken höherer Temperaturen tritt eine Zunahme der Konsistenz auf.

Calciumseife mehr

Organische Säure (meist Fettsäure), mit Calciumhydroxid verseift.

CAS-Nummer mehr

Die CAS-Nr. ist eine vom Chemical Abstract Service vergebene Nummer zur Identifizierung einer chemischen Verbindung.

CCMC mehr

[engl.] (= Committee of Common Market Automobile Constructors). Heute nicht mehr existierender Zusammenschluss der europäischen (EG) Automobilhersteller, der durch die ACEA ersetzt wurde.

CEC mehr

[engl.] (= Co-ordinating-European-Council for the Development of Performance Tests for Lubricants and Engine Fuels). Durch die europäischen Automobilhersteller gebildeter Ausschuss zur Definition von Testmethoden für Motorschmierstoffe und -kraftstoffe.

CEC-Test mehr

Älteres Testverfahren zum Nachweis der schnellen biologischen Abbaubarkeit.

Centipoise (cP) mehr

C. (nach J. L. M. Poiseuille) ist eine heute nicht mehr gebräuchliche Einheit der dynamischen Viskosität. Gemäß SI-Einheiten heute mPas (Milli-Pascal-Sekunde). 1 cP = 1 mPa•s (Pa = Pascal).

Centistoke (cST) mehr

Heute nicht mehr gebräuchliche Einheit der kinematischen Viskosität. Gemäß SI-Einheiten heute mm2/s. 1 cSt = 1 mm2/s.

CGLP mehr

Kennbuchstaben für Gleitbahnöle, die Alterungsschutz- und Korrosionsschutzadditive sowie Wirkstoffe zur Reibungs- und Verschleißminderung enthalten.

Chemisch indifferent mehr

Inert , keine chemischen Reaktionen mit anderen Stoffen eingehend.

Chemische Stabilität mehr

Der Schmierstoff bleibt trotz Einwirkens unterschiedlichster Substanzen wie z. B. Säuren und Laugen unverändert.

Chlorfreiheit mehr

Abwesenheit chlorhaltiger EP-Additive.

Chloropren-Kautschuk (CR) mehr

Chlorhaltiges Elastomer, enstanden durch Polymerisation von 2-Chlor-1,3-butadien.

CL mehr

Kennbuchstaben der Schmierstoffkennzeichnung. Beschreibt die Anforderungen von Umlaufölen (Öle der Klasse C + Korrosionsschutzadditive) nach DIN 51517 Teil 2 .

Cleveland Open Cup mehr

[engl.]. Verfahren zur Bestimmung des Flamm- und Brennpunkt es von Schmierstoffen im offenen Tiegel nach DIN ISO 2592.

Cloud Point nach DIN ISO 3015 mehr

[engl.]. Cloud Point bezeichnet den Beginn der Paraffinausscheidung in Ölen und damit die Temperatur, bei der die Kristallisation der Paraffine in Ölen beginnt. Messung nach DIN ISO 3015: Temperatur, bei der unter definierten Bedingungen ein Öl durch Ausscheidung von Paraffinkristallen eintrübt (siehe auch BPA ).

CLP mehr

Kennbuchstaben der Schmierstoffkennzeichnung. Beschreibt die Anforderungen an Umlauföle (Öle der Klasse CL + Hochdruckadditive) gemäß DIN 51517 Teil 3.

Conradson-Test (CCT) mehr

Verfahren, bei dem die Eigenschaft von Mineralöle n geprüft wird, unter weitgehendem Luftabschluss koksartige Rückstände zu bilden. Die Werte lassen daher Rückschlüsse zu auf ein mögliches Verstopfen z. B. von Einspritzdüsen bei Dieselkraftstoffen, Düsen von Heizölbrennern oder auch Rückstandsbildungen in Schmierölen. Im Test wird die Probe unter Luftmangel verbrannt und der Koksrückstand anschließend in Prozent der Eingangsprobe angegeben. Bestimmung nach DIN 51551.

DAB mehr

(= Deutsches Arzneimittelbuch). Enthält die Anforderungen an Rohstoffe und Produkte im pharmazeutischen Bereich z. B. für medizinische Weißöle.

DAB-10-Qualität mehr

Den Anforderungen der 10. Ausgabe des Deutschen Arzneibuches genügend.

Dampfdruck mehr

Partialdruck des gasförmigen Anteils eines Stoffes, der sich bei gegebener Temperatur über der flüssigen Phase des Stoffes im Gleichgewichtszustand einstellt. Maß für die Verdampfungsneigung flüssiger Kraft- und Schmierstoffe.

Dampfturbinenöl mehr

Schmieröle TD gemäß DIN 51515 T1, die aufgrund ihrer hohen Alterungsbeständigkeit zur Schmierung von Dampfturbinenaggregaten und deren Komponenten (Getriebe, Regler, Lager, Generatoren, Verdichter, Pumpen) verwendet werden können.

Dämpfungsfett mehr

Schmierfett zur Dämpfung von Schwingungen und Geräuschen.

Dampfzylinderöle mehr

Schmieröle Z gemäß DIN 51510, die als Heißdampf-, Sattdampf- und Nassdampfzylinderöle in Kolbendampfmaschinen zur Schmierung der dampfführenden Teile, wie Zylinder, Schieber und Ventilen, eingesetzt werden. Es handelt sich meist um unadditivierte dunkle Mineralöle hoher Viskosität (800 – 1500 mm2/s bei 40 °C).

Defoamer mehr

[engl.]. Auch Entschäumer, Antischaumzusätze. Stark grenzflächenaktive Stoffe oder Formulierungen, die die Schaumbildung unterdrücken bzw. den schnellen Schaumzerfall bewirken, z. B. Polysiloxane oder Polyalkylenglykolether. Sie verringern die Schaumneigung von Flüssigkeiten bei starker Scherung oder Lufteintrag. Schaumbildung verschlechtert die Schmiereigenschaften (z. B. Alterungsbeständigkeit, Druckaufnahmevermögen usw.) eines Schmierstoffes.

Demulgatoren mehr

Wirkstoffe, die die Phasentrennung einer Emulsion oder die Abscheidung von Wasser aus Ölen bewirken.

Demulgierverhalten mehr

Eigenschaft von Hydraulik- und Schmierölen, Wasser nicht zu binden, sondern abzuscheiden bzw. eine Emulgierung zu verhindern. Das Demulgierverhalten von Hydraulik- und Schmierölen wird nach DIN 51599 bzw. DIN ISO 6614 geprüft.

Destillatemehr

D. sind, die bei einer Destillation nach dem Abkühlen (Kondensieren) anfallenden, nach ihren Siedepunkt en aufgetrennten Stoffgruppen. Bei der fraktionierten Destillation von Erdöl sind dies Kohlenwasserstoffgemische eines bestimmten Siedebereich s.

Destillation mehr

Thermisches Verfahren zur Trennung flüssiger Gemische aufgrund unterschiedlicher Siedetemperaturbereiche der einzelnen Komponenten. Das zu trennende Gemisch wird unter stetiger Temperaturerhöhung erwärmt, die Dämpfe der jeweils siedenden Komponente werden abgeleitet, in einer Kühlvorrichtung kondensiert und als Destillat aufgefangen. Werden verschiedene Anteile (Fraktionen) des Destillats bei unterschiedlichen Temperaturen aufgefangen, spricht man von fraktionierter Destillation. Durch die Verwendung von sogenannten Kolonnen mit einzelnen Zwischenböden oder Füllkörpern wird durch vielfache Kondensation und erneute Destillation eine deutlich erhöhte Trennleistung erzielt. Diese großtechnische mehrstufige Destillation in Kolonnen wird auch als Rektifikation bezeichnet und spielt ein wichtige Rolle bei der Rohölverarbeitung in Raffinerien , wobei zwei Prozesse angewendet werden: Bei der atmosphärischen Destillation wird das bis auf ca. 360 °C erhitzte Rohöl im Fraktionierturm (Kolonne) an den übereinander angebrachten Glockenböden als unterschiedliche Fraktionen (Leichtbenzin, Schwerbenzin, leichtes und schweres Gasöl Petroleum) abgezogen. Der Rückstand der atmosphärischen Destillation wird dann für die Vakuumdestillation erneut auf 360° erhitzt und unter vermindertem Druck (Vakuum) in einem speziellen Fraktionierturm (Vakuumdestillationskolonne) destilliert. Die dabei aufgefangenen Fraktionen werden als Schmieröle, schweres Heizöl sowie Zylinderöle verwendet. Die Rückstände werden zu Bitumen oder Brightstockölen weiterverarbeitet.

Detergent- und Dispersantzusätze (D/D) mehr

Bezeichnungen für grenzflächenaktive Stoffe (Netzmittel ). Sie dienen in Schmierstoffen dazu, die Agglomeration von ölunlöslichen Verbrennungsrückständen sowie Alterungsprodukten (Ruß, Koks, harz- und asphalthaltige Oxidationsprodukte usw.) zu verhindern, und in Suspension zu halten, um die Ablagerung von Schlamm und die Eindickung von Ölen zu vermeiden.

Detergieren mehr

Reinigen.

Dichte (Massendichte) mehr

Quotient aus Masse m und Volumen V bei einer bestimmten Temperatur T. Äquivalent zum spezifischen Gewicht.

Dichtungsverträglichkeit mehr

D. ist im Bereich der Schmierstoffe ein wichtiges Thema aufgrund der Komplexität der Einflüsse. Unverträglichkeiten zwischen Schmierstoffen und Dichtungsmaterialien können zu Quellung und Erweichung bzw. zur Schrumpfung und Verhärtung der Dichtungen im Schmierstoffkreislauf führen. Resultat hiervon sind Funktionseinschränkungen beweglicher Bauteile oder Leckagen. Die Gründe für Leckagen sind allerdings vielfältig, angefangen bei Mängeln in der Konstruktion über nicht abgestimmte Materialien bis hin zur Veränderung der Materialien durch z. B. Alterung, Temperaturveränderung etc. Jegliche Veränderung eines abgestimmten Systems einer Anlage birgt also das Risiko einer Leckage. Siehe auch Quellverhalten .

Dielektrikum mehr

Elektrisch nicht oder nur sehr schwach leitende Stoffe mit nicht frei beweglichen Ladungsträgern (Ionen, Elektronen), in der Metallbearbeitung auch Bezeichnung für sogenannte Funkenerosionsöle , die bei Elektroerosionsverfahren zur Kühlung der Werkstücke, als Isolierflüssigkeit und zur Abfuhr der abgetragenen Partikel dienen.

DIN mehr

DIN steht für das DIN Deutsches Institut für Normung e.V. mit Sitz in Berlin.

DIN-DVGW-Prüfzeichen mehr

Zertifikat des Deutschen Verbandes des Gas- und Wasserfaches.

Dip-Slide (Eintauch-Nährboden) mehr

Mittels „Dip-Slide“ lassen sich wassergemischte Kühlschmierstoffe leicht auf Bakterien- und Pilzwachstum überprüfen. Bakterien und Pilze können Korrosion, schlechte Filtrierbarkeit, Abfall des pH-Wert es und Geruchsprobleme verursachen (siehe Bakterienbefall ).

Dipolmoment (elektrisches Dipolmoment) mehr

Durch Ladungsverschiebung in Atomgruppen entstehen getrennte Ladungsschwerpunkte und daraus resultierend ein Dipolmoment. Bei polaren Molekülen handelt es sich um eine permanente Ladungsverschiebung, also auch um ein permanentes elektrisches Dipolmoment. Unpolare Moleküle können durch Kraftfelder polarisiert werden. Die hierbei entstehende Ladungstrennung bezeichnet man als induzierten Dipol. So können z. B. Metalloberflächen unpolare Ölmoleküle durch die von ihnen ausgehenden Kraftfelder polarisieren, so dass die Moleküle adsorbiert, also an der Oberfläche festgehalten werden.

Dispergieren mehr

Verteilen: unterschiedliche Phasen ineinander verteilen.

Dispergiermittel (Dispergatoren) mehr

D. sind grenzflächenaktive Substanzen, wie Absetzverhinderer, Netzmittel , Detergentien, Emulgatoren , die die Grenzflächenspannung erniedrigen, d. h. die Benetzung bewirken bzw. optimieren. Der Begriff Dispergiermittel wird im Unterschied zu den Dispersants , die in Ölen eingesetzt werden, vorwiegend im Bereich der wasserbasierten Formulierungen und Lacke eingesetzt.

Dispersants mehr

[engl.]. D. sind grenzflächenaktive Stoffe (Netzmittel). Sie dienen in Schmierstoffen dazu, die Agglomeration von ölunlöslichen Verbrennungsrückständen sowie Alterung sprodukten (Ruß, Koks, harz- und asphalthaltige Oxidationsprodukte usw.) zu verhindern, und in Suspension zu halten, um die Ablagerung von Schlamm und die Eindickung von Ölen zu vermeiden.

Dispersion mehr

Mehrphasiges System mit einer kontinuierlichen Phase (Dispersionsmittel) und mindestens einer weiteren dispersen (fein verteilten) Phase. Beispiele: Suspension (Feststoffpartikel in Flüssigkeit), Emulsion (Flüssigkeitströpfchen in Flüssigkeit), Aerosole (Nebel: Flüssigkeitströpfchen in Gas, Rauch: Feststoffpartikel in Gas, Rauch).

Dispersionsgrad mehr

Angabe der Größe der Teilchen (Tropfen, Feststoffpartikel) der dispersen Phase einer Dispersion .

DOT mehr

[engl.] (= Department of Transportation). US-Behörde, legt u. a. die US-Spezifikationen für Bremsflüssigkeiten fest.

Drahtseilfette mehr

Schmierfette zur Schmierung von Drahtseilen zur Verminderung der Reibung der einzelnen Drähte untereinander und zum Schutz vor korrosiven Umwelteinflüssen. Oft enthalten Seilschmierfette Graphit- oder Molybdändisulfid -Zusätze.

Drahtziehschmierstoffemehr
Drahtziehschmierstoffe

Umformschmierstoffe zum Ziehen von Draht (meist Stahl, Kupfer, Aluminium). In Abhängigkeit von Metall, Drahtdurchmesser und Ziehmaschinentyp werden feste Ziehschmierstoffe, z. B. Ziehseifen, Ziehfette, Ziehöle sowie wässrige Emulsion en und Lösungen eingesetzt.

Drehzahlkennwert mehr

Der Drehzahlkennwert ist das Produkt aus der Drehzahl und dem mittleren Lagerdurchmesser der Anwendung. Bezogen auf das Schmierfett gibt der Drehzahlkennwert an, bis zu welcher Lagerdrehzahl ein Schmierfett geeignet ist. Zur Ermittlung von Drehzahlkennwerten von Schmierstoffen ist bisher kein genormtes Verfahren vorhanden. Zwischen der Grundölviskosität und dem Drehzahlkennwert besteht ein direkter Zusammenhang. Bei Wälzlagern mit hohen Drehzahlkennwerten werden Grundöle mit niedriger Viskosität eingesetzt. Berechnung wie folgt: dk = dm · nD wobei dm= (da+ di)/2 dk = Drehzahlkennwert (dimensionsloser Wert)
dm = mittlerer Lagerdurchmesser in mm
da = Lageraußendurchmesser in mm
di = Lagerinnendurchmesser in mm
nD = Betriebsdrehzahl in U/min

Durchschlagsfestigkeit mehr

Bezeichnet die elektrische Feldstärke, die in einem Isolator maximal herrschen darf, ohne dass es zu einem Spannungsdurchschlag kommt. Quotient aus der Durchschlagsspannung (Ud) und dem geringsten Elektrodenabstand (kV/mm).

Durchschlagsspannung mehr

Bezeichnet die Spannung, die notwendig ist, um Strom durch einen Isolator fließen zu lassen. Für Isolier- bzw. Trafo-) Öle wird nach DIN 57370 Teil 2 die Spannung (kV) bestimmt, bei der eine Ölschicht von 2,5 mm Dicke zwischen 2 genormten kugelförmigen Elektroden durchschlagen wird. Wichtiges Charakteristikum von Transformatoren- und Isolieröle n.

DVGW mehr

(= Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches). Legt z. B. Anforderungen für Schmierstoffe in Trinkwasserarmaturen fest.

Dynamische Viskosität mehr

Maß für die Zähigkeit einer Flüssigkeit oder eines Gases. Die Viskosität kann auch als innere Reibung des Fluids bezeichnet werden. Höhere Viskosität bedeutet geringere Fließfähigkeit und höhere Zähflüssigkeit, niedrige Viskosität demnach höhere Fließfähigkeit und geringere Zähflüssigkeit. Ursache für die unterschiedliche Viskosität von Fluiden ist die unterschiedliche molekulare Struktur. Abhängig von dieser molekularen Struktur treten unterschiedliche Anziehungskräfte zwischen den Teilchen des Fluides auf. Bei starken Anziehungskräften ist das Fluid zähflüssiger, bei geringeren Anziehungskräften dünnflüssiger. Vereinfacht kann man sich den Aufbau eines Fluides aus Molekülschichten vorstellen. Wenn das Fluid fließt, gleiten die Molekülschichten aneinander vorbei. Um den durch die Anziehungskräfte zwischen den Molekülen erzeugten Widerstand gegen die Verschiebung zu überwinden, wird eine bestimmte Kraft benötigt. Aus dem Zusammenhang zwischen der Kraft und dem erzeugten Geschwindigkeitsgefälle wird die dynamische Viskosität als Proportionalitätskonstante definiert. Dynamische Viskosität = Schubspannung/Geschwindigkeitsgefälle.
Die Einheit der Dynamischen Viskosität ist die Pascalsekunde (Pa • s = 1 Ns/m2) 1mm2/s = 10-6 m2/s = 1cSt St = Stokes (veraltete Einheit) Unter Einwirkung der Schwerkraft ist die Kinematische Viskosität das Verhältnis von dynamischer Viskosität und Dichte (d. h. z. B. im Fall des freien Fließens, Messung mittels einer Kapillaren, siehe auch Ubbelohde-Viskosimeter).

Emehr

Kennbuchstabe der Schmierstoffkennzeichung für esterbasierte Schmierstoffe, Verwendung z. B. CLP E.

Eco Label mehr

Relativ neues Umweltzeichen (auch EU-Marguerite und Euro-Blume genannt) auf europäischer Basis zur Kennzeichnung von besonders umweltfreundlichen Produkten. Berücksichtigt bei der Vergabe für Schmierstoffe neben der biologischen Abbaubarkeit, Ökotoxikologie und der Verwendung von Gefahrstoffen auch die Verwendung nachwachsender Rohstoffe.

Eindicker (auch Verdicker) mehr

E. sind Stoffe zur Erhöhung der Viskosität oder Konsistenz eines Mediums. Schmierfette setzen sich zusammen aus dem Grundöl, einem Eindicker (Verdicker) und ggf. Additive n. Als Verdicker kommen meistens Metallseifen zum Einsatz wie z. B. Aluminium-, Calcium- , Lithium- oder Natriumseife sowie anorganische Verdicker wie Bentonit e und organische Verdicker wie z. B. Polyharnstoff e und PTFE. Eindicker halten das Öl im Schmierfett im Prinzip wie ein Schwamm und geben es unter Druck wieder ab. Durch diesen gewollten Vorgang erfolgt dann die Schmierung der Schmierstellen.

Elastohydrodynamische Schmierung (EHD) mehr

Diese Form der hydrodynamischen Schmierung tritt beim Kontakt hochbelasteter, sich in Bewegung befindlicher Körper (z. B. bei Walzen und Getrieben) auf. Die Theorie der elastohydrodynamischen Schmierung berücksichtigt neben den hydrodynamischen Grundgleichungen auch die elastische Verformung miteinander in Kontakt stehender Körper. Für diese Form der Schmierung ist eine Verengung des Schmierspalts am Ende der Kontaktzone kennzeichnend. Auf Basis der EHD-Theorie wird der Schmierungseinfluss, z. B. auf Zahnradschäden ermittelt.

Emcor-Test mehr

Testverfahren (auch SKF-Emcor-Test) nach DIN 51802 zur Prüfung von Schmierfetten hinsichtlich ihres Korrosionsschutzvermögens in Wälzlagern, Gleitlagern und auf Gleitflächen in Gegenwart von Wasser unter möglichst praxisrelevanten Bedingungen.

Emulgatoren mehr

E. sind grenzflächenaktive Substanzen, wie z. B. Tenside, die durch Herabsetzen der Oberflächenspannung des Wassers z. B. die Bildung und Haltbarkeit einer Emulsion von Wasser und Öl bewirken. Emulgatormoleküle bestehen aus einem öllöslichen (lipophilen) Teil (Kohlenwasserstoffkette) und einem wasserlöslichen (hydrophilen) Teil. Nach der chemischen Struktur des hydrophilen Anteils werden sie eingeteilt in anionische, kationische, nichtionogene und gemischtionische Emulgatoren.

Emulgierbarkeit mehr

Eigenschaft eines Öles, mit Wasser eine Emulsion zu bilden.

Emulsionmehr
Emulsion

Dispersion, bei der sowohl die kontinuierliche als auch die disperse Phase aus Flüssigkeiten bestehen, die nicht ineinander löslich sind. Die disperse Phase ist in Form von Tröpfchen bzw. Micellen im Dispersionsmittel verteilt. Bei Mineralöle n z. B. mit Wasser unter Stabilisierung durch Emulgatoren . Es wird unterschieden zwischen Öl-in-Wasser- (O/W, Öltröpfchen in Wasser) und Wasser-in-Öl-Emulsion (W/O, Wassertröpfchen in Öl, Umkehremulsion).

Engler ( E ) mehr

Veraltete Einheit zur Viskositätsangabe. Die Angabe der Viskosität in Engler-Grad gibt das Verhältnis zur Ausflusszeit von Wasser aus einem Engler-Viskosimeter bei 20 °C an.

Ester mehr

E. entstehen bei einer Reaktion von Säuren (meist organische Säuren/Fettsäuren) mit Alkoholen unter Austritt von Wasser. Native Ester (Alkoholkomponente Glycerin: Triglyceride) sind Hauptbestandteil von tierischen und pflanzlichen Fetten und Ölen. Bei synthetischen Estern ist mindestens eine der beiden Komponenten synthetischen Ursprungs oder aus nativen Rohstoffen durch Syntheseschritte hergestellt. Auf Grund der höheren Polarität der Ester besitzen sie durch die höhere Affinität zu Metalloberflächen ein besseres Schmiervermögen als Mineralöl. Bei nativen Estern ist die Temperatur- und Alterungsstabilität im Vergleich zu Mineralöl schlechter. Die Gruppe der synthetischen Ester ist durch die Vielzahl der Kombinationsmöglichkeiten sehr groß, wodurch sehr unterschiedliche Eigenschaftsprofile möglich sind.

Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM) mehr

Elastomer, bei Ethylen-Anteilen über 65 % mit themoplastischen Eigenschaften.

Euro-Marguerite mehr

Europäisches Umweltzeichen (auch EU-Marguerite genannt) zur Kennzeichnung besonders umweltfreundlicher Produkte. Berücksichtigt bei der Vergabe für Schmierstoffe neben der biologischen Abbaubarkeit, der Ökotoxikologie und der Verwendung von Gefahrstoffen auch die Verwendung nachwachsender Rohstoffe.

Europäische Chemikalienagentur (ECHA) mehr

Die Agentur verwaltet die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe, um einheitliche Verfahren innerhalb der Europäischen Union sicher zu stellen. Diese so genannten REACh-Verfahren (siehe REACh) sollen für zusätzliche Informationen über chemische Stoffe sorgen, damit diese sicher verwendet werden und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie erhalten bleibt

Extreme Pressure Additive mehr

[engl.]. Auch EP-Additive bzw. Hochdruckzusätze genannt. Schmierstoffadditive, die unter Druck und Temperatur auf der Oberfläche der Reibpartner im Tribokontakt eine Reaktionsschicht ausbilden und so Reibung und Verschleiß mindern sowie das Verschweißen der aneinander reibenden Werkstoffe verhindern. Werden zur Erhöhung des Lasttragevermögen s und zur Verschleißminderung im Mischreibung sgebiet Getriebeölen, Motorenöle n, Hydrauliköle n, Metallbearbeitungsöl en und Fetten usw. zugesetzt. EP-Additive sind z. B. Zinkdialkyl-Dithiophosphate, Trikresylphosphate, organische Phosphate, Schwefel- und Stickstoffverbindungen, heute seltener Chlorverbindungen.

Extreme-Pressure-Schmierstoffemehr
Extreme-Pressure-Schmierstoffe

Extreme-Pressure-Schmieröle oder -Schmierfette (Hochdruckschmierstoffe) enthalten Hochdruckzusätze bzw. EP-Additive (reaktionsschichtbildende Additive /Zusätze und/oder Festschmierstoffe) zur Erhöhung des Lasttragevermögen s im Grenz- und Mischreibung sbereich. Diese Wirkstoffe reagieren unter den extremen Druck- und Temperaturbedingungen im Schmierspalt mit der Metalloberfläche unter Bildung einer reibungsminderenden Schicht. Hochdruckschmieröle werden z. B. als Getriebeöle und vor allem als Metallbearbeitungsöl e eingesetzt.

F mehr

Kennbuchstabe der Schmierstoffkennzeichung für festschmierstoff haltige Schmierstoffe, Verwendung z. B. CLP F.

Farbe von Schmierstoffenmehr
Farbe von Schmierstoffen

Die Farbe von Schmierölen, die kein Qualitätsmerkmal darstellt, wird beeinflusst durch die Art des verwendeten Basisöle s sowie durch Art und Menge der enthaltenen Additive . Bei gebrauchten Schmierölen wirken sich auch Alterungszustand und Verschmutzung durch Fremdstoffe auf die Farbe aus (dunklere Färbung als Frischöl). Gleiche Zusammenhänge gelten auch für Schmierfette und Pasten . Mineralöle höher ausraffinierter Qualitäten sind heller, ebenso wie geringer additivierte Öle. Die Bestimmung der Farbe erfolgt über die Farbzahl .

Farbzahl mehr

Die Farben von flüssigen Erzeugnissen aus Mineralöle n (z. B. Dieselkraftstoff, Heizöl, Schmieröl, Paraffin) oder synthetischen Ölen werden über Farbzahlen nach verschiedenen Verfahren bestimmt. Nach ISO 2049 bzw. ASTM D 1500 sind 16 Stufen von 0,5 bis 8,0 definiert, die in Transmission gemessen werden. Für hellere Produkte als 0,5 nach ASTM D 1500 wird die Sayboldt-Farbzahl nach DIN 51411 (ASTM D 156) bestimmt. Weitere gebräuchliche Farbzahlen werden nach Gardner (DIN EN ISO 4630-1, ASTM D 1544 und D 6166) sowie nach APHA (DIN ISO 6271, ASTM D 1209) gemessen.

FDA mehr

[engl.] (= Food and Drug Administration). Nahrungs- und Arzneimittelbehörde in den USA.

FE 8 mehr

Mit der Prüfung auf dem FAG-FE 8-Prüfstand nach DIN 51819 wird der Schmierstoffeinfluss (Schmierfette und –öle) auf das Reibungs- und Verschleißverhalten von Wälzlagern unter Temperatureinfluss, Lagerbelastung und Drehgeschwindigkeit untersucht. Nach 500 h werden beide Prüflager demontiert und der Verschleiß an Käfig und Wälzkörpern gravimetrisch bestimmt und in mg angegeben.

FE 9mehr
FE 9

Die Prüfung von Schmierfetten auf dem FAG-Wälzlagerfett-Prüfgerät FE 9 nach DIN 51821 T1/T2 dient zur Ermittlung der oberen Einsatztemperaturgrenze unter praxisnahen Prüfbedingungen. Nach DIN 51825 für Schmierfette K (Wälzlagerschmierfette) ist das Bestehen (F50 = 100 h) eines Prüflaufes mit 5 Lagern bei der gewünschten oberen Einsatztemperatur bei 6000 U/min und 1,5 kN axialer Last erforderlich.

Festschmierstoffe mehr

Auf Grund ihrer auch bei extrem niedrigen Relativgeschwindigkeiten und hohen Lasten gut ausgeprägten Trennwirkung zwischen den Reibpartnern erfolgt der Einsatz von Festschmierstoffen überwiegend in Schmierstoffen für die Anwendung im Grenz- und Mischreibung sgebiet. Festschmierstoffe sind z. B. Graphit, Molybdändisulfid, verschiedene Kunststoffe (z. B. Polytetrafluorethylen PTFE), Schwermetallsulfide usw. Typische Anwendungen sind Schwerlastfette, Gleitlacke, Schmierstoffe zur Massivumformung und Schmieröle mit Notlaufeigenschaften.

Fettsäuren mehr

F. sind organische Säuren (Monocarbonsäuren) mit Kettenlängen von C4 bis C30, die meist aus tierischen und pflanzlichen Ölen und Fetten gewonnen oder auch synthetisch hergestellt werden und als Reibwertverminderer oder als Basis zur Synthese von Emulgatoren, synthetischen Ester n, Extreme-Pressure-Additive n, Fettverdickern etc. eingesetzt werden. Sie werden als Reibwertverminderer vor allem für den unteren Temperaturbereich eingesetzt, da dort andere EP-Additive auf Grund der fehlenden Aktivierungsenergie noch keine Reaktionsschichten ausbilden können.

Flächenpressung mehr

Kraft pro Fläche im Kontakt zwischen zwei Reibpartnern.

Flammpunkt mehr

Der Flammpunkt nach DIN 51755, DIN ISO 2592 und DIN EN ISO 2719 gibt die Temperatur an, bei der unter festgelegten Bedingungen, bei Annäherung einer definierten Zündflamme das über der Oberfläche der Flüssigkeit befindliche Luft-Öldampfgemisch erstmalig aufflammt, jedoch nicht weiter brennt. Er hat erhebliche sicherheitstechnische Bedeutung und dient zur Klassifizierung feuergefährlicher Flüssigkeiten nach Gefahrklassen.

Fließdruck nach Kesternichmehr
Fließdruck nach Kesternich

Bei der Bestimmung des Fließdrucks nach Kesternich gemäß DIN 51805 wird in einer Prüfvorrichtung ein auf die jeweilige Prüftemperatur abgekühlter Fettstrang mit Druckluft durch eine definierte Düse gedrückt. Der Fließdruck gibt somit Informationen zur Konsistenz von Schmierfetten, kennzeichnet das Fließverhalten und wird zur Bestimmung der unteren Einsatztemperatur verwendet, wenn bestimmte Maximaldrücke eingehalten werden (1400 mbar für Schmierfette K nach DIN 51825).

Fließverhalten mehr

Das Fließverhalten hängt von der molekularen Struktur der Stoffe und von den Wechselwirkungen der Moleküle untereinander ab. Bei sogenannten newtonschen Flüssigkeiten, wie z. B. Wasser, lässt sich das Fließverhalten über einen linearen, zeitunabhängigen Zusammenhang nach dem newtonschen Viskositätsgesetz beschreiben. Vereinfacht gesagt, ist hier die Viskosität unabhängig von angreifenden Scherkräften. Bei den nichtnewtonschen Flüssigkeiten ändert sich die Viskosität in Abhängigkeit von den angreifenden Scherkräften bzw. mit Angriffsdauer der Scherkraft. Sinkt die Viskosität während der Erhöhung der Scherkraft, spricht man von Strukturviskosität, steigt sie während der Erhöhung der Scherkraft an, von Dilatanz. Sobald keine Scherung mehr stattfindet, sinkt die Viskosität wieder auf den Ausgangswert. Die Steigerung der Viskosität bei konstanter Scherkraft bezeichnet man als Rheopexie (Beispiel: Gips) und das zeitabhängige Absinken der Viskosität bei konstanter Scherkraft als Thixotropie (Beispiel: Ketchup, moderne nichttropfende Wandfarben). Im Unterschied zu Strukturviskosität und Dilatanz ändert sich die Viskosität bei Rheopexie und Thixotropie erst nach einer gewissen Relaxationszeit zurück auf den Ausgangwert.

Flockpunkt mehr

Definiert die Temperatur, bei der eine abgekühlte homogene Mischung aus 10 % Kältemaschinenöl und 90 % Kältemittel im durchfallenden Licht erste sichtbare Eintrübungen zeigt. Bestimmung nach DIN 51351.

Fluor-Kautschuk mehr

Sammelbezeichnung für fluorierte Kunststoffe mit elastomeren Eigenschaften (FPM gemäß DIN-ISO, FKM gemäß ASTM).

Flüssigkeitsreibungmehr

Zustand der vollständigen Trennung der Reibpartner durch einen Flüssigkeitsfilm. Da keine Berührung der Rauhigkeitspitzen mehr stattfindet, tritt kein mechanischer Verschleiß auf. Das Erreichen dieses Bereiches der hydrodynamischen Schmierung wird beeinflusst durch die Viskosität des Schmierstoffes, die Gleitgeschwindigkeit zwischen den Reibpartnern, das Schergefälle und die Temperatur.

Foggingverhalten mehr

Untersuchung des Emissionsverhaltens, d. h. der Neigung, Stoffe in die umgebende Luft abzugeben.

Ford-Becher mehr

Auslauf-Viskosimeter zur Bestimmung der Viskosität von Flüssigkeiten wie Lacken, Farben, Harzen und Flüssigkeiten mit ähnlicher Viskosität. Die Flüssigkeit wird in einen konischen Becher (Ford-Becher) mit Öffnung (Düse) am Becherboden gefüllt. Die Viskosität kann mit Hilfe des Bechervolumens, des Düsendurchmessers und der gemessenen Abfließdauer der Flüssigkeit ermittelt werden. Das Verfahren ist in den Normen ASTM D 1200:1994, ISO 2431 und DIN 53211 (Oktober 1996 wurde die Norm zurückgezogen) beschrieben.

Formenöle mehr

Öle, die in den verschiedensten Gieß-, Form- und Brennverfahren das Entformen (Entfernen des hergestellten Teiles aus der Form) erleichtern sollen.

Fraktionen mehr

[lat. fractio: Bruch, Bruchteil]. F. bezeichnen in der Petrochemie den Anteil von Destillationsprodukten, die in einem bestimmen Destillationstemperaturbereich gewonnen werden. Fraktionen sind also die Kohlenwasserstoffgemische mit unterschiedlichen Siedebereich en der atmosphärischen Destillation und der Vakuumdestillation des Rohöl es (siehe Destillation).

Fresser mehr

F. entstehen, wenn sich zwei Oberflächen relativ zueinander bewegen und durch die Reibungswärme die lokalen Oberflächentemperaturen über den Schmelzpunkt steigen. Die Oberflächen verschweißen und werden aufgrund der Relativbewegung unter starkem Materialübergang wieder auseinander gerissen.

Friction Modifier mehr

[engl.]. Auch Reibwertverbesserer genannt. Additive für Schmierstoffe zur Verminderung der Reibung bzw. zur Einstellung bestimmter Reibungseigenschaften oder zur Verhinderung von Stick-Slip -Phänomenen (Ruckgleiten). Eingesetzt werden Fettsäuren und deren Derivate, organische Amine, Amin-Phosphate etc.

Funkenerosionsöle mehr

F. dienen bei Elektroerosionsverfahren in der Metallbearbeitung zur Kühlung der Werkstücke, als Isolierflüssigkeit und zur Abfuhr der abgetragenen Partikel. Meist werden Kohlenwasserstofffraktionen mit geringen Aromatenanteilen und relativ hohem Flammpunkt bei möglichst niedriger Viskosität verwendet.

FZG mehr

(= Forschungsstelle für Zahnräder und Getriebe). Lehrstuhl für Maschinenelemente, gehört der Fakultät für Maschinenwesen der Technischen Universität München an.

FZG-Test mehr

Prüfverfahren nach DIN 51354 T1/T2 für Getriebeschmierstoffe in der sogenannten Zahnrad-Verspannungs-Prüfmaschine. Zwei Prüfzahnräder eines Stirnradgetriebes laufen im Ölbad bei definierter Temperatur und Verspannung. Durch Auflegen von Gewichtsscheiben wird die Last zur Verspannung in 12 Stufen erhöht. Nach jeder Stufe wird der Verschleiß an den Zahnrädern gravimetrisch bzw. der Zustand der Zahnflanken visuell ausgewertet. Für HLP -Hydrauliköle nach DIN 51524-2 muss mindestens Laststufe 10, für CLP-Umlaufschmieröle nach DIN 51517-3 mindestens Laststufe 12 erreicht werden.

Gallone mehr

Raummaß, englische Gallone (Imperial gallon = Imp.gal.) = 4,54609 Liter; amerikanische Gallone (US liquid gallon = US.liq.gal.) = 3,785311784 Liter. 42 US.liq.gal = 1 barrel

Gaschromatographie mehr

Chromatographisches Verfahren zur Trennung von Gas und unzersetzt verdampfbaren Stoffen, die durch ein inert es Trägergas nach der Verdampfung im Injektor des Gerätes über eine Trennsäule zu Detektor befördert und dort mit verschiedenen Methoden nachgewiesen werden (Wärmeleitfähigkeit, Massenspektroskopie, Infrarotspektroskopie usw.). Nach DIN 51405, DIN 51422 T 1/T 2, DIN 51619.
Frühere Einteilung der brennbaren Flüssigkeiten gemäß VbF (Verordnung über brennbare Flüssigkeiten) nach folgenden Gruppen:
Gruppe A:
Flammpunkt = 100 °C und aufgrund Wasserlöslichkeit nicht in Gruppe B fallend:

Gefahrklasse I:
Flammpunkt < 21 °C: DIN 51755

Gefahrklasse II:
Flammpunkt = 21 °C bis 55 °C: DIN 51755

Gefahrklasse III:
Flammpunkt von > 55 °C bis 100 °C: DIN 51758

Gruppe B:
Flammpunkt < 21 °C und bei 15 °C in jedem beliebigen Verhältnis in Wasser löslich oder mit brennbaren flüssigen Bestandteilen, die bei 15 °C in jedem beliebigen Mischungsverhältnis in Wasser löslich sind

Die VbF wurde zum 01.01.2003 aufgehoben durch die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV). Hiernach erfolgt die Einstufung von brennbaren Flüssigkeiten nach dem Gefahrstoffrecht (Richtlinie 67/548/EWG):

Hochentzündliche Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt unter 0 °C: F+
Leichtentzündliche Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt von 0 °C bis 21 °C: F
Entzündliche Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt von 21 °C bis 55 °C: R10

Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)
Verordnung zum Schutz vor gefährlichen Stoffen vom 23.12.2004, BGBI. I S. 3855. Sie gilt für das Inverkehrbringen von Stoffen, Zubereitungen und Erzeugnissen zum Schutz der Beschäftigten und anderer Personen vor Gefährdungen ihrer Gesundheit und Sicherheit durch Gefahrstoffe und zum Schutz der Umwelt vor stoffbedingten Schädigungen. Die letzte Neufassung trat am 01.12.2010 in Kraft.

Gel mehr

System aus in einer Flüssigkeit feinverteiltem Feststoff, der eine schwammartige Porenstruktur ausbildet.

Gelfette (Kieselgelfette) mehr

Mit polymerem, chemisch modifizierten Siliciumdioxid eingedickte Schmierfette mit meist transparentem Erscheinungsbild.

Getriebefette mehr

Fadenziehende weiche bis halbflüssige Fette (NLGI 0, 00, 000 und 1) meist mit Metallseifen als Eindicker für Getriebe und Getriebemotoren.

Getriebeschmieröle mehr

Schmieröle für Getriebe.
1. für Industriegetriebe: DIN 51509, 51 517 T 1/T 2/T 3 (Schmieröle C, CL, CLP).
2. Für Kraftfahrzeuggetriebe nach API GL 1 bis GL 6; SAE-Klassen : DIN 51512.

Gewindeschneidöle mehr

Hochadditivierte nichtwassermischbare Kühlschmierstoffe zum Schneiden von Gewinden in metallischen Bauteilen.

GfT mehr

(= Gesellschaft für Tribologie e. V). Zusammenschluß von Mitgliedern aus Industrie, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Dienstleistungsunternehmen, die sich für tribologische Fragestellungen und den Themenkomplex Schmierung interessieren. Die Tribologie-Fachtagungen und die Veranstaltungen der regionalen Arbeitskreise dienen der Wissensvermittlung. Informationen sind erhältlich über die GfT-Arbeitsblätter. Hauptsitz Aachen/Deutschland.

GHS mehr

[engl.] (= Globally Harmonised System of Classification and Labelling of Chemicals). Alle Chemikalien unterliegen vor dem Inverkehrbringen grundsätzlich der Einstufungs- und Kennzeichnungspflicht. Indem gefährliche Stoffeigenschaften identifiziert und durch Gefahrensymbole gekennzeichnet werden, sollen Mensch und Umwelt beim Umgang mit Chemikalien vor nachteiligen Auswirkungen geschützt werden. Ziel des GHS ist es daher, erstmals ein weltweit einheitliches System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien zu schaffen. Überall wo dieses global harmonisierte System eingeführt wird, sei es in China, Indien, den USA oder in Europa, werden Chemikalien in Zukunft nach einheitlichen Kriterien eingestuft und gekennzeichnet. Zum Beispiel tragen giftige oder umweltgefährliche Stoffe und Gemische dann überall das gleiche Symbol. Für Stoffe wird die Einstufung und Kennzeichnung nach GHS seit dem 1. Dezember 2010 verpflichtend. Während eines Übergangszeitraums bis zum 1. Juni 2015 müssen im Sicherheitsdatenblatt für Stoffe beide Einstufungen - nach 67/548/EWG und GHS-Verordnung - angegeben sein (GHS, Artikel 61 Absatz 3). Ab dem 1. Juni 2015 enthalten Etikett und Sicherheitsdatenblatt nur noch die Angaben nach GHS. Gemische und Zubereitung müssen ab dem 01. Juni 2015 in Europa nach GHS eingestuft und gekennzeichnet werden.

Gleitlackemehr
Gleitlacke

G., auch Anti-Friction-Coatings genannt, sind Schmierstoffdispersionen, die im Formulierungsprinzip den üblichen Industrielacken gleichen. In einem organischen Lösungsmittel oder Wasser sind Festschmierstoffe anstatt von Farbpigmenten sowie Harze als Bindemittel enthalten. Als Festschmierstoffe werden meist Molybdändisulfid, Graphit und PTFE verwendet, zum Teil auch als Nanopartikel. Nach dem Verdunsten des Lösemittels und dem Aushärten des Bindemittels entsteht eine grifftrockene Beschichtung. Entscheidend für ihre Schmierwirksamkeit und den Korrosionsschutz ist neben der Auswahl der einzelnen Rohstoffe die Pigmentvolumen-Konzentration. Ihre Anwendung erfolgt vorzugsweise durch Spritzen und Tauchen auf gründlich entfetteten Oberflächen. Aber auch Lacktrommelverfahren, Tauchzentrifugen, elektrostatische und automatische Spritzverfahren, Druckauftrag, Walzenauftrag sowie die verschiedensten in der Industrie bekannten Trocken- und Aushärtungsverfahren sind möglich. Zu den neuesten Entwicklungen gehören Gleitlacke mit Mikrokapseltechnologie .

Gleitlacke mit Mikrokapseltechnologiemehr
Gleitlacke mit Mikrokapseltechnologie

Bei diesen Gleitlacke n sind mikroskopisch kleine mit flüssigem Schmierstoff befüllte Mikrokapseln in einer Lackschicht eingebettet. Unter Belastung geben die Mikrokapseln die Schmierstoffe an die Reibstelle bzw. Schmierstelle ab, ein Gleitfilm baut sich zwischen den beteiligten Reibpartnern auf (siehe Abb.: Funktionsweise von Gleitlacken mit Mikrokapseltechnologie).

Glykole mehr

G. sind Diole (zweiwertige Alkohole), z. B. Ethylenglykol (Ethandiol), Propylenglykol (1,2-Propandiol), Diethylenglykol bis hin zu Polyglykol en mit höheren Kettenlängen. Ethylenglykol, Propylenglykol und Diethylenglykol werden wegen des gefrierpunktserniedrigenden Verhaltens häufig als Kühlmittelzusätze eingesetzt, Polyglykole als Basisöle hochwertiger Schmierstoffe.

Graphitfette mehr

Graphit enthaltende Schmierfette: Graphit (Grafit) ist eine natürlich vorkommende Form des Kohlenstoffes. Aufgrund seiner planaren Schichtstruktur, die ein gutes Gleitverhalten der Ebenen gegeneinander ermöglicht, eignet sich Graphit hervorragend als Festschmierstoff, z. B. in Schmierfetten. Graphit erreicht seine guten Schmierungseigenschaften erst in Verbindung mit Feuchtigkeit.

Graufleckentragfähigkeit mehr

Fähigkeit, Graufleckigkeit (Micropittings) in Getrieben zu vermeiden.

Graufleckigkeit mehr

G. beschreibt ein bestimmtes Schadensbild auf den Zahnflanken von Getriebezahnrädern. Felder von sehr kleinen Pitting s (Micropittings), in denen die einzelnen Grübchen kaum zu erkennen sind und als Flecken auf der Oberfläche wahrgenommen werden.

Grenzflächenaktive Stoffe mehr

Zu den grenzflächenaktiven Stoffen gehören Tenside, Emulgatoren, Demulgatoren, Netzmittel, Entschäumer usw., die sich aus ihrer Lösung heraus an die Grenzflächen zweier Phasen anreichern (z. B. Öl und Wasser) und damit die Grenzflächenspannung (Oberflächenspannung) beeinflussen (meist reduzieren). Grenzflächenaktive Stoffe sind hauptsächlich organische Verbindungen.

Grenzflächenspannungmehr
Grenzflächenspannung

G. bezeichnet die mechanische Spannung, die an der Grenze zweier unterschiedlicher Phasen auftritt. Bei positiver Grenzflächenspannung wird eine Verkleinerung der Phasengrenze angestrebt, bei negativer Grenzflächenspannung verhält es sich umgekehrt. Die Grenzflächenspannung wird in N/m angegeben. Wenn es sich bei einer der beiden an der Grenzfläche beteiligten Phasen um eine Gasphase handelt, wird die Bezeichnung Oberflächenspannung verwendet.

Grenzreibung mehr

Zustand eines Tribosystems mit starker Berührung der Rauhigkeitsspitzen der Reibpartner bei sehr niedrigen Relativgeschwindigkeiten. Die Phase der Grenzreibung wird beim Übergang aus dem Ruhezustand (v = 0, Ruhreibung, Haftreibung) in eine Relativbewegung der Reibpartner als nächster Zustand durchlaufen. Danach folgt der Übergang zur Mischreibung (teilweise Trennung der Rauhigkeitspitzen) und schließlich zur Flüssigkeitsreibung (vollständige Trennung der Rauhigkeitsspitzen durch einen Flüssigkeitsfilm). Grenzreibung ist mit sehr starkem Materialverschleiß verbunden und tritt natürlich auch umgekehrt auf, wenn der Schmierfilm durch Abfall der Relativgeschwindigkeit, starke Temperaturerhöhung oder Lasterhöhung zusammenbricht. Englisch: Boundary Friction.

Grundöle (Basisöle) mehr

Hauptbestandteile von Schmierstoffen. Zahlreiche Schmierstoffeigenschaften, wie Oxidationsbeständigkeit, Schmierungseigenschaften, Elastomerverträglichkeit, Viskositäts-Temperaturverhalten, Tieftemperatur- und Hochtemperatureigenschaften, Additivlöslichkeit und -wirkung, werden von der Auswahl des Grundöles bzw. der Grundölmischung bestimmt. In Schmierstoffen werden sowohl Mineralöle als auch native und synthetische Öle als Grundöle eingesetzt.

Haftfähigkeitsverbesserer mehr

H., auch Haftverbesserer bzw. Tackifier genannt, sind Polymere Verbindungen, meist Kohlenwasserstoffe mit hohem Molekulargewicht, oder hochviskose, stark polare Substanzen die die Hafteigenschaften von Ölfilmen auf Metalloberflächen durch strukturviskose Eigenschaften und Viskositätserhöhung verbessern.

Haftschmierstoffe mehr

Zähe, klebrige und oft hochviskose Schmieröle mit Haftverbesserern, häufig auch fadenziehend. Werden zur besseren Applizierbarkeit oft mit leichtverflüchtigenden Lösemitteln verdünnt.

Haftzusätze mehr

Additive, die die Haftung von Schmierstoffen auf Oberflächen verbessern.

Halal mehr

[arab.] H. bedeutet aus islamischer Sicht zulässig, erlaubt oder gestattet. Schmierstoffe für den Lebensmittelbereich können von Halal-Zertifizierern hinsichtlich der Verwendung der Rohstoffe und des Zustandes der Produktionsanlagen als halal (erlaubt) bzw. tahir (rituell rein) freigegeben werden. Hierdurch soll eine deutliche Kennzeichnung von Produkten erreicht werden, bei deren Herstellung die Einhaltung der Halal-Regeln sichergestellt ist. Nicht gestattete, unzulässige und verbotene Produkte werden als \"haram\" bezeichnet.

Härteöle mehr

Öle zur Wärmebehandlung von Stählen zur Einstellung definierter Härte (Härten, Vergüten, Anlassen). Je nach Einsatztemperatur und Anforderungen verwendet man Anlassöle (Badtemperatur bis ca. 320 °C), Warmbadhärteöle (Badtemperatur von 100 °C bis 230 °C), Hochleistungshärteöle (Zugabe von Kohlenwasserstoffharzen zur Verkürzung der Dampfhautphase), Blankhärteöle (für helle metallisch glänzende Oberflächen), die durch Zusätze von Emulgatoren auch abwaschbar bzw. emulgierend eingestellt sein können (siehe auch Abschrecköl, Anlassöle, Blankhärteöle).

Hartwasserstabilität mehr

Eigenschaft, bei Kontakt mit hartem Wasser stabile Emulsion en und Dispersion en bzw. keine übermäßigen Ablagerungen zu bilden.

HC mehr

Kennbuchstabe der Schmierstoffkennzeichung für Polyalphaolefinbasierte Schmierstoffe, Verwendung z. B. CLP HC.

HEES mehr

Kennbuchstaben für Hydrauliköle auf der Basis synthetischer Ester.

Herberttest mehr

Wird bei wassermischbaren bzw. wassergemischten Kühlschmierstoffe n als Korrosionsschutztest bei Gusseisen in Gegenwart von Stahlspänen angewendet. Bestimmung nach DIN 51360 T1.

HETG mehr

Kennbuchstaben für Hydrauliköle auf der Basis nativer Triglyceride (native Esteröle).

HFA mehr

Kennbuchstaben für schwerentflammbare Hydraulikflüssigkeiten Typ A: HFAE - Öl-in-Wasser-Emulsionen, HFAS - wässrige Lösungen.

HFC mehr

Kennbuchstaben für schwerentflammbare Hydraulikflüssigkeiten Typ C: wässrige Polymerlösungen (siehe auch Wasser-Glykol).

HFDU mehr

Kennbuchstaben für schwerentflammbare Hydraulikflüssigkeiten Typ D: wasserfreie Flüssigkeiten, Variante U auf Esterbasis.

HL mehr

Kennbuchstaben für Hydrauliköle nach DIN 51524-1, die Alterungsschutz- und Korrosionsschutzadditive enthalten.

HLP mehr

Kennbuchstaben für Hydrauliköle nach DIN 51524-2, die Alterungsschutz- und Korrosionsschutzadditive sowie Wirkstoffe zur Reibung s- und Verschleißminderung enthalten.

HLPD mehr

Kennbuchstabe der Schmierstoffkennzeichung für Hydrauliköle mit detergieren den Eigenschaften.

Hochdruckschmierstoffe mehr

H. (Extreme Pressure-Schmieröle oder -Schmierfette) enthalten Hochdruckzusätze bzw. EP-Wirkstoffe (reaktionsschichtbildende Additive /Zusätze und/oder Festschmierstoffe) zur Erhöhung des Lasttragevermögen s im Grenz- und Mischreibung sbereich. Diese Wirkstoffe reagieren unter den extremen Druck- und Temperaturbedingungen im Schmierspalt mit der Metalloberfläche unter Bildung einer reibungsminderenden Schicht. Hochdruckschmieröle werden z. B. als Getriebeöle und vor allem als Metallbearbeitungsöl e eingesetzt.

Honöl mehr

Niedrigviskoses Bearbeitungsöl (nichtwassermischbarer Kühlschmierstoff) für das Honen (Zerspanungsverfahren der Metallbearbeitung mit geometrisch nicht definierter Schneide). Viskosität meist ca. 2 bis 10 mm2/s bei 40 °C.

HVLP mehr

Kennbuchstaben für Hydrauliköle mit hohem Viskositätsindex (min. 140) nach DIN 51524-3, die Alterungsschutz- und Korrosionsschutzadditive sowie Wirkstoffe zur Reibungs- und Verschleißminderung enthalten.

Hydraulikflüssigkeiten (Druckflüssigkeiten) mehr

Hydraulikflüssigkeiten werden in der Fluidtechnik in hydraulischen Systemen zur Kraftübertragung und Steuerung eingesetzt. Die Einteilung nach verschiedenen Typen erfolgt gemäß ISO 6743-4. Je nach verwendetem Grundöl kann zwischen mineralölbasischen Hydraulikölen (Anforderungen nach DIN 51524), schwerentflammbaren Hydraulikflüssigkeiten (Anforderungen nach DIN EN ISO 12922 u. a.) und biologisch abbaubaren Hydraulikflüssigkeiten (Anforderung nach DIN 15380) unterschieden werden.

Hydraulikflüssigkeiten, schwerentflammbar mehr

Bei den in hydraulischen Systemen üblichen hohen Arbeitsdrücken von > 200 bar werden im Leckagefall große Mengen an Hydraulikflüssigkeit freigesetzt, die bei hohen Umgebungstemperaturen (Hochöfen, Walzwerke, Gießereien, Bergbau) zu einer erheblichen Brandgefahr führen. Für diese Einsatzbereiche gibt es zur hydraulischen Kraftübertragung/Steuerung sogenannte schwerentflammbare Hydraulikflüssigkeiten, deren Klassifizierungen und Anforderungen heute in umfangreichen Normenwerken definiert sind: VDMA 24 317, 24 320, ISO 6743-4, DIN EN ISO 12922 sowie im Bergbau gem. "Anforderungen und Prüfungen schwerentflammbarer Flüssigkeiten zur hydraulischen Kraftübertragung und Steuerung" der "Kommission der Europäischen Gemeinschaften", 7. Luxemburger Bericht (ständiger Ausschuss für Betriebssicherheit im Steinkohlenbergbau). Gruppeneinteilung von schwerentflammbaren Hydraulikflüssigkeiten :
HFAE: Öl-in-Wasser-Emulsionen
HFAS: mineralölfreie Lösungen in Wasser
HFB: Wasser-in-Öl-Emulsionen
HFC: Lösungen von Polymeren (meist Polyglykole) in Wasser
HFD: wasserfreie Hydraulik-Flüssigkeiten auf der Basis verschiedener Grundöle
HFDR: wasserfreie Hydraulik-Flüssigkeit auf Phosphorsäureester-Basis
HFDU: wasserfreie Hydraulikflüssigkeit auf der Basis aller anderen Verbindungen, heute meist auf Basis synthetischer Fettsäureester

Hydrauliköle mehr

H. bezeichnen hochausraffinierte mineral- und/oder syntheseölhaltige Druckflüssigkeiten mit guter Alterungsbeständigkeit sowie tiefem Stockpunkt, nichtschäumend und mit niedriger Viskosität. Einsatz in hydrodynamischen und hydrostatischen Antrieben von Hydrauliksystemen.
HL nach DIN 51524 T1
Kennbuchstaben zur Bezeichnung mineralölhaltiger Druckflüssigkeiten (Hydrauliköle) mit Wirkstoffen zur Erhöhung des Korrosionsschutzes sowie der Alterungsbeständigkeit.

HLP nach DIN 51524 T 2, VDMA 24 318
Kennbuchstaben zur Bezeichnung mineralölhaltiger Druckflüssigkeiten (Hydrauliköle) mit Wirkstoffen zur Erhöhung des Korrosionsschutzes und der Alterungsbeständigkeit sowie zur Reduzierung des Verschleißes durch Fressen im Mischreibung sgebiet.

HVLP nach DIN 51524 T 3
Kennbuchstaben zur Bezeichnung mineralölhaltiger Druckflüssigkeiten (Hydrauliköle) mit Wirkstoffen zur Erhöhung des Korrosionsschutzes, der Alterungsbeständigkeit, zur Reduzierung des Verschleißes durch Fressen im Mischreibungsgebiet und zur Verbesserung des Viskositäts-Temperatur-Verhaltens.

HLPD
Kennbuchstaben zur Bezeichnung mineralölhaltiger Druckflüssigkeiten (Hydrauliköle) mit detergierenden Zusätzen.

Hydrierter Nitril-Butadien-Kautschuk (HNBR) mehr

Elastomer, entstanden durch Polymerisation von Acrylnitril und Butadien mit anschließender Wasserstoffbehandlung.

Hydrierung mehr

Bezeichnet die Reaktion von Wasserstoff mit einer chemischen Verbindung, z. B. bei der Addition von Wasserstoff an aromatische Kohlenwasserstoffverbindungen. Nach diesem Verfahren können Mineralöle qualitativ verbessert werden. Ein weiteres Verfahren ist die spaltende Hydrierung (Cracken), die durch das Anlagern von Wasserstoff schwere Öle in leichtere Öle zerlegt.

Hydrodynamische Schmierung mehr

Vollständige Trennung der Reibpartner, z. B. bei einem Wälz- oder Gleitlager, durch einen flüssigen Schmierfilm. In diesem Schmierungszustand ist der Verschleiß vernachlässigbar gering.

Hydrotreating mehr

[engl.]. H. ist eine Form der Hydrierung als Verfahren der Mineralölraffination. Hierbei werden Bestandteile, wie aromatische und ungesättigte Kohlenwasserstoffe sowie Schwefel- und Stickstoffverbindungen, reduziert bzw. entfernt. In Abhängigkeit von der Reaktionstemperatur und dem angewendeten Wasserstoffpartialdruck können drei Verfahren unterschieden werden: a) Hydrofinishing: bezeichnet ein mildes Hydrotreating, das sehr oft einer Solventraffination nachgeschaltet ist, um verbliebene unerwünschte Bestandteile zu entfernen. b) Hydrofining: bei Schmieröldestillate n bezeichnet es eine zur Verbesserung der Farbe des Geruchs, der Stabilität und der Demulgierbarkeit durchgeführte hydrierende Raffination. c) Hochdruckhydrierung oder auch Hydrocracking: vollständige Entfernung von heterocyclischen Verbindungen aus dem Schmieröldestillat, ebenso weitgehende Hydrierungen von Aromaten und Aufspaltung der Naphthene in Paraffine.

Hypoidgetriebeöle mehr

Zur Verwendung in Kraftfahrzeug-Achsantrieben mit spiralverzahnten und achsversetzten Kegelradantrieben (Hypoidgetriebe) geeignete Schmieröle mit Extreme-Pressure-Additive n (EP-Additive).

Industrieschmierstoffe mehr

Schmierstoffe (Schmieröle und Schmierfette) gemäß DIN 51502 bzw. DIN ISO 6743 für die Verwendung in industriellen Anlagen und Maschinen.

Inert (chemisch) mehr

Eigenschaft eines Stoffes (Schmierstoffes) mit bestimmten anderen Substanzen keine chemische Reaktionen einzugehen.

Infrarot-Spektroskopiemehr
Infrarot-Spektroskopie

Infrarot-Spektroskopie ist ein Analyseverfahren, das mit infrarotem Licht arbeitet. Die IR-Spektroskopie wird zur Identifizierung unbekannter Substanzen durch Vergleich mit Referenzspektren, zur Strukturaufklärung unbekannter Substanzen und zur quantitativen Bestimmung bekannter Substanzen in Gemischen durch Verwendung von Standards unterschiedlicher Konzentration eingesetzt. Das IR-Spektrum entsteht durch die Aufzeichnung der Resonanzfrequenzen der Bindungsschwingungen der Atome bestimmter Molekülgruppen, die die Strahlenenergie des infraroten Lichtes charakteristisch bei unterschiedlichen Wellenlängen absorbieren, d. h. die Strahlungsenergie unterschiedlich schwächen.

Inhibitoren mehr

I. sind Stoffe, die chemische Reaktionen verzögern bzw. verhindern (Hemmstoffe). In Schmierstoffen werden sie gegen Korrosion und Alterung (Oxidation) eingesetzt.

Inokulation mehr

Begriff aus der Mikrobiologie, bezeichnet das sog. Animpfen einer Kultur von Mikroorganismen oder einer Gewebekultur.

Inokulum mehr

Begriff aus der Mikrobiologie und Biotechnologie: Startkultur zum Animpfen eines größeren Volumens bei Kultivierung von Mikroorganismen.

Iodzahl (IZ) mehr

Früher auch Jodzahl (JZ) genannt. Kennzahl zur Unterscheidung von Fetten und Ölen tierischen und pflanzlichen Ursprungs, aber auch von synthetischen Ester n, bezüglich ihres Anteiles ungesättigter Verbindungen. Gibt die Menge Iod in Gramm an, die an eine definierte Menge der Probe (100 g) addiert werden kann. Eine niedrige Iodzahl steht für eine geringe Alterungsneigung.

IP mehr

[engl.] (= Institute of Petroleum). Britische Organisation, die sich unter anderem mit der Normung von Prüfmethoden für Öl, Gas und Mineralölprodukte befasst. Heute Teile des „Energy Institute". Das Kürzel IP lebt aber bei der Benennung von Prüfnormen weiter.

ISOmehr

[engl.] (= International Organization for Standardization). Internationales Netzwerk zur Normung, Zentralsekretariat in Genf, Schweiz. Auch Kurzbezeichnung zur Benennung international gültiger Normen (z. B. ISO 6743-4).

ISO-Viskositätsklassemehr
ISO-Viskositätsklasse

ISO-V. (auch ISO VG-Klasse genannt), DIN ISO 3448 teilt flüssige Industrieschmierstoffe (Hydrauliköle, Getriebeöle, Bettbahnöle, Spindelöle) in 20 Viskositätsklassen (ISO VG-Klassen) ein. Basis ist hier die kinematische Viskosität in mm2/s bei 40 °C. Um die Mittelpunktsviskosität wird ein Toleranzbereich von +/- 10 % zugelassen. Folgende Klassen sind eingeteilt:

Isolieröle mehr

I. sind hauptsächlich niedrigviskose, meist mineralölbasische Öle mit einem hohen elektrischen Widerstand. Typische Vertreter sind Dielektrika (hier gemeint: Funkenerosionsöle), Kondensatoren, Transformatoren - und Schalteröle.

Isoliervermögen mehr

Eigenschaft nichtleitender Stoffe (Dielektrika), einen Spannungsüberschlag zwischen zwei unterschliedlich elektrisch aufgeladenen Polen (Leiter, Elektroden) zu verhindern. Wichtig für Isolier- und Transformatorenöle.

Isoparaffine mehr

I. (auch Isoalkane genannt) sind verzweigte, gesättigte Kohlenwasserstoffe.

Kältemaschinenöle mehr

Niedrigviskose Mineralölraffinate mit gutem Kälteverhalten (niedriger Pourpoint), die keine chemische Reaktion mit dem Kältemittel eingehen dürfen.

Kälteverhalten mehr

Beschreibt bei Mineralölprodukten das Verhalten bei tiefen Temperaturen. Dazu gehören z. B. die Messung bzw. Bestimmung von Pour- und Cloud Point, Filtriervermögen (CFPP: Cold filter plug point), Flockpunkt, Kristallisationspunkt und Trübungspunkt.

Kaltverschweißung mehr

Verschweißen metallischer Werkstücke bereits bei Raumtemperatur, begünstigt durch große Kontaktfläche und hohe Flächenpressung.

Katalysatoren mehr

Bezeichnung für Stoffe, durch deren Anwesenheit chemische Reaktionen beschleunigt werden, wobei sie allerdings selbst nicht verbraucht werden. Katalysatoren senken die Aktivierungsenergie chemischer Reaktionen.

Kavitation mehr

[lat. cavum: Höhle, Hohlraum]. Als K. bezeichnet man die Entstehung und das Zusammenfallen dampfgefüllter Hohlräume in Flüssigkeiten bei Auftreten von Drücken unterhalb des Dampfdruck es der Flüssigkeit durch Strömung oder Oszillation. Beim Zusammenfall der Hohlräume (Implosion der Dampfblasen) treten durch die hohen Druckschwankungen starke Verschleißerscheinungen an Oberflächen von Bauteilen (Zahnräder, Lager, Pumpen) auf.

Kernfraktionen mehr

K., auch Kernschnitte genannt, sind Fraktionen aus der Vakuumdestillation des Rohöl es mit eng beieinander liegenden Siedegrenzen. Für bestimmte Anwendungen, für die eine möglichst geringe Verdampfungsneigung erforderlich ist, sollten diese Kernfraktionen als Basisöle eingesetzt werden (Schmieröle für Luftverdichter, Härteöle).

Kerosin mehr

[griech. Keros = Wachs]. Als Kerosin bezeichnet man eine Fraktion die bei der Destillation von Erdöl anfällt. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Kohlenwasserstoffe mit Kettenlängen zwischen C10 und C16. Eine typische Anwendung ist Flugzeugkraftstoff.

Kinematische Viskositätmehr
Kinematische Viskosität

Zähigkeit eines flüssigen Mediums. Die kinematische Viskosität wird abgeleitet aus der dynamischen Viskosität mittels Division durch die Dichte des flüssigen Mediums (Dynamische Viskosität/Dichte). Die Viskositätswerte werden für unterschiedliche Temperaturen (üblicherweise 20 °C, 40 °C und 100 °C) in mm2/s angegeben. Angabe früher auch in Centistokes (cSt):
1 Centistokes = 1 cSt = 1 mm2/s
= 1 x 10-6m2/s.

Kohlenwasserstoffe mehr

Nur aus den Elementen Kohlenstoff und Wasserstoff bestehende chemische Verbindungen: Paraffine (Alkane), Isoparaffine (Isoalkane), Naphthene (Cycloalkane), Olefine (Alkene), Alkine, Aromaten.

Kolloid mehr

Ein Kolloid wird gebildet durch sehr kleine Teilchen (Partikel oder Tröpfchen), die in einem anderen Stoff (Dispersionsmedium: fest, flüssige oder gasförmige Phase) feinst dispergiert (verteilt) sind wie z. B. bei Seifenlösungen, Ölemulsionen, Suspension en usw. Die Teilchengröße liegt im Allgemeinen zwischen 1 nm und 10 µm.

Konservierungsmittel mehr

K. sollen den Befall von natürlichen oder industriellen Produkten durch Mikroorganismen, Insekten oder andere Lebensformen verhindern. In wassermischbaren und wassergemischten Kühlschmierstoffe n (z. B. Öl-in-Wasser-Emulsionen) werden Konservierungsmittel (Bakterizide, Fungizide, Biostatika) eingesetzt, um während des Gebrauches den Befall durch Pilze, Hefen und Bakterien, der Korrosionen, Filterverstopfungen, Entmischungen, Geruchsprobleme, Hautschäden usw. zur Folge haben kann zu verhindern. Ständige Kontrollen der Keimzahlen in wassergemischten Prozessmedien sind unverzichtbar.

Konsistenz mehr

Die Konsistenz (auch Steifigkeit, Festigkeit, Plastizität) von Schmierfetten und Pasten wird durch die Methode der Konuspenetration nach ISO 2137 gemessen. Ermittelt wird die in fünf Sekunden erzielte Eindringtiefe (in 0,1 mm) eines genormten Kegels unter seinem Eigengewicht in eine vorgegebene Menge Schmierfett. Bei weichen Fetten dringt der Kegel tiefer ein (hohe Penetrationszahl), bei steiferen Fetten dringt der Kegel weniger tief ein (niedrigere Penetrationszahl). Anhand der Eindringtiefe werden Schmierfette in Konsistenzklassen (siehe auch NLGI-Klasse) eingeteilt.

Konsistenz-Temperaturverhalten mehr

Charakterisierung der Temperaturabhängigkeit der Konsistenz von Schmierfetten und -pasten.

Korrosionsinhibitoren mehr

K., auch Anticorrosion (AC) genannt, verhindern die Rostbildung auf metallischen Oberflächen z. B. auf physikalische Weise, indem sie Oberflächenschichten durch Adsorption von polaren oberflächenaktiven Stoffen bilden, wodurch der Zutritt von Wasserstoff und Sauerstoff an die Metalloberfläche verhindert wird. Ebenfalls Vermeidung von Rost durch Neutralisation von Säuren. Typische Vertreter sind die Salze der organischen Carbon- und Dicarbonsäure, Sulfonate und Wachse.

Korrosionsschutzfette/-öle mehr

Öle und Fette mit korrosionsverhindernden Eigenschaften zum Schutz von metallischen Oberflächen gegen die schädigende Einwirkung von Feuchtigkeit, Luftsauerstoff und aggressiven Medien, z. B. Säuren.

Kriechvermögen mehr

Fähigkeit von Schmierstoffen, in Risse, Spalte und Passungen eindringen zu können.

KTW-Empfehlungen mehr

Leitlinien des Bundesumweltamtes zur hygienischen Beurteilung von organischen Materialien im Kontakt mit Trinkwasser z. B. bei sog. Sanitärschmierstoffen. KTW steht für "Kunststoffe und Trinkwasser".

Kühlöl mehr

Allgemeine Bezeichnung für wasserfreie Flüssigkeiten zur Wärmeabfuhr für verschiedene Anwendungen, z. B. in Gleichrichtern und bei der Metallbearbeitung (Zerspanung). Siehe auch Kühlschmierstoffe.

Kühlschmierstoffe (KSS)mehr
Kühlschmierstoffe (KSS)

Schmierstoff, der zum Kühlen und Schmieren bei der Zerspanung (Trennen) und teilweise beim Umformen von meist metallischen Werkstoffen benutzt wird. Es existieren viele z. T. althergebrachte Bezeichnungen: Schneidöle, Bohröle, Schleifwasser, Schleiföle, Vollsynthese, Metallbearbeitungsflüssigkeiten etc. Systematische und modernisierte Bezeichnung bzw. Einteilung gemäß DIN 51502 und DIN 51385 in zwei Hauptgruppen: 1. Nichtwassermischbare Kühlschmierstoffe:
Werden unverdünnt angewendet (Schleiföl, Tiefbohröl, Automatenöl, Schneidöl, etc.) 2. Wassermischbare Kühlschmierstoffe (im Anwendungszustand: wassergemischte KSS):
Werden zur Anwendung mit Wasser verdünnt.
a) Emulgierbare KSS (im Anwendungszustand: Kühlschmier-Emulsion): Enthalten wasserunlösliche Bestandteile (meist als Basisöl).
b) Wasserlösliche KSS (im Anwendungszustand: Kühlschmier-Lösung): Enthalten nur wasserlösliche Bestandteile.

Kupferschliff mehr

Bezeichnung für feinteiliges Kupferpulver.

Kupferstreifenprüfung mehr

Der Test nach DIN 51811 dient zur Erkennung möglicher korrosiver Einwirkung von Schmierfetten, Schmierölen und Kühlschmierstoffe n auf Kupfer und Kupferlegierungen (z. B. auf Messing) durch die im Schmierstoff enthaltenen Additive – z. B. Extreme-Pressure-Additive.

Lanolin mehr

Wollwachs bzw. gereinigtes Wollfett, Nebenprodukt der Gewinnung von Schafwolle. Lanolin wird als Korrosionsschutzadditiv in Schmierstoffen, als Salbengrundlage bei der Herstellung von Kosmetika sowie zum Einfetten von Textil- und Lederwaren verwendet.

Läppöle mehr

Nichtwassermischbarer Kühlschmierstoff für das Läppen (Zerspanungsverfahren der Metallbearbeitung mit geometrisch nicht definierter Schneide) und gleichzeitig Trägermittel für das Läppkorn (Abrasivmittel anlog zu Schleifkorn), Viskositätsbereich ca. 3 bis 15 mm2/s bei 40 °C.

Lasttragevermögen mehr

Das L. beschreibt die Höhe des Druckaufnahmevermögens eines Schmierstoffes in einem Tribosystem (z. B. bei Wälzlagern), bei der auf Grund dieser Eigenschaft des Schmierstoffs noch keine Schäden entstehen.

Limited-Slip-Wirkstoffe (LS) mehr

[engl.] (Limited Slip = begrenzter Schlupf). LS-Additive werden in Getriebeölen für Hypoid- und Automatikgetriebe und in Bettbahnölen zur Vermeidung von Ruckgleiten (Stick-Slip) verwendet.

Lithium-Calciumseife mehr

Organische Säure (Fettsäure), mit Lithiumhydroxid und Calciumhydroxid verseift.

Lithiumkomplexseife mehr

Mischung verschiedener, meist organischer Säuren, mit Lithiumhydroxid verseift.

Lithiumkomplexseifen-Schmierfette mehr

Lithiumkomplexseifen sind komplexe Lithiumsalzgemische (Mischungen verschiedener, meist organischer Säuren, mit Lithiumhydroxid verseift), die als Verdicker in Schmierfetten eingesetzt werden. Schmierfette auf dieser Basis zeichnen sich aus durch hohe Tropfpunkt e, gute Wasserbeständigkeit und weite Einsatztemperaturbereiche.

Lithiumseife mehr

Organische Säure (Fettsäure), mit Lithiumhydroxid verseift.

Lithiumseifen-Schmierfette mehr

Mehrzweck-Schmierfette, bei denen als Verdicker eine mit Lithiumhydroxid verseifte organische Säure (meist Fettsäure) eingesetzt wird. Üblicherweise wird 12-Hydroxistearinsäure verwendet und somit Lithium-12-Hydroxystearat als Verdickungsmittel. Gute Wasserbeständigkeit, gute Additivierbarkeit, gute Scherstabilität und weiter Einsatztemperaturbereich.

Losbrechmoment mehr

Beschreibt das Moment bzw. die Kraft, die notwendig ist, die Haftreibung (Ruhereibung) zwischen zwei Körpern zu überwinden und die Bewegung in einen Zustand der Gleit- oder Rollreibung zu überführen.

Lösungsvermittler mehr

Lösungsvermittler ist eine in der Chemie und Pharmazie übliche Bezeichnung für eine Substanz, die durch ihre Gegenwart zur Lösung von schwer löslichen Substanzen in einem Lösungsmittel beiträgt.

Luftabscheidevermögen (LAV) mehr

Das Luftabscheidevermögen eines Öles gibt darüber Auskunft, in welchem Maß dispergierte Luftblasen im Öl, die z. B. die Kompressibilität beeinflussen und somit Störungen in Hydrauliksystemen hervorrufen mögen, abgeschieden werden können. Die Bestimmung erfolgt nach dem Impinger-Verfahren nach DIN ISO 9120.

Luxemburger Bericht mehr

Die "Anforderungen und Prüfungen für schwerentflammbare Hydraulikflüssigkeiten zur hydrostatischen und hydrokinetischen Kraftübertragung und Steuerung" werden vom ständigen Ausschuss für Gesundheitsschutz und Betriebssicherheit im Steinkohlebergbau im sog. "Luxemburger Bericht" definiert. Obwohl zum 01.01.2004 die Entscheidung zur Einsetzung dieses Ausschusses aufgehoben wurde (2003/C218/01), ist der 7. Luxemburger Bericht von 1994 nicht zurückgezogen worden und nach wie vor in Anwendung (siehe auch Hydraulikflüssigkeiten, schwerentflammbar).

Medizinisches Weißöl mehr

Durch Behandlung mit Wasserstoff besonders aromatenarmes, hoch ausraffiniertes Mineralöl, für pharmazeutische Anwendungen geeignet.

Mehrzweckfette mehr

M., auch Mehrzweckschmierfette genannt, sind Schmierfette, die für verschiedenartige Schmierstellen und in einem weiten Anforderungsbereich eingesetzt werden können, z. B. in einem weiten Temperatur- und Drehzahlbereich sowohl für Gleit- als auch für Wälzlager.

Mehrzweckgetriebeöle mehr

Getriebeöle für vielfältige Anwendungen, wie z. B. in Schalt-, Zusatz- und Hypoidgetrieben usw. von Kraftfahrzeugen, Traktoren und Baumaschinen. Erfüllen mehrere der geforderten MIL-Spezifikationen bzw. API-Klassifikationen.

Mehrzwecköle (auch Multifunktionsöle) mehr

Industrieschmierstoffe mit speziellen Additivierungen, die Anforderungen verschiedener Werkzeugmaschinen-Aggregate und/oder gleichzeitig auch Anforderungen, die an Kühlschmierstoffe usw. gestellt werden, erfüllen. Daher auch einsetzbar als Getriebeöle, Bettbahnöle, Schneideöle, Hydrauliköle in Zentralschmieranlagen.

Metallbearbeitungsölmehr
Metallbearbeitungsöl

Umfassende Bezeichnung überwiegend für nichtwassermischbare, seltener auch für wassermischbare Öle zur Metallbearbeitung, z. B. Schneid-, Walz-, Zieh- und Bohröle. Diese Öle werden nach aktueller Normung als Kühlschmierstoffe bezeichnet und dienen bei Metallbearbeitungsoperationen zum Kühlen, Schmieren, zum Spänetransport und zum Korrosionsschutz.

Metallseifen mehr

Unedle Metalle und vor allem deren Hydroxide reagieren mit organischen Säuren, wie z. B. Fettsäuren, zu Metallseifen. Verwendet werden Sie z. B. als Verdicker in Schmierfetten, als Korrosionsschutzmittel und als Leistungsadditive.

MIL-Spezifikation mehr

Mindestanforderungen für Betriebsstoffe der US-Streitkräfte.

Mineralöle mehr

Alle aus Erdöl gewonnenen flüssigen Destillation s- und Raffinationsprodukte, überwiegend Gemische von gesättigten und ungesättigten Kohlenwasserstoffen.

Mischreibung mehr

Reibungszustand zwischen Grenz- und Flüssigkeitsreibung. Teilweise (metallischer) Kontakt zwischen den Reibpartnern bei überwiegender Trennung durch den Schmierfilm als Zwischenstoff. Somit kann das Mischreibungsgebiet auch als gleichzeitiges Vorliegen von Grenz- und Flüssigkeitsreibung beschrieben werden.

Molybdändisulfid (MoS2) mehr

MoS2 ist eine anorganische Verbindung mit lamellarer Struktur (Schichtgitter), die als Festschmierstoff in Schmierfetten, Ölen, Pasten und Gleitlacken verwendet wird und das Lasttragevermögen bei gleichzeitiger Reduktion von Reibung und Verschleiß deutlich erhöht.

Motorenöle mehr

M. werden zur Schmierung in Verbrennungskraftmaschinen eingesetzt und werden nach ihrer Viskosität in SAE-Klassen eingeteilt. Je nach Additivierung erfüllen sie verschiedene Spezifikationen (z. B. MIL, CCMC) und Klassifikationen (z. B. API, ACEA).

Nachwachsende Rohstoffe mehr

Rohstoffe, die land- und forstwirtschaftlich erzeugt und nicht zur Gewinnung von Nahrungs- und Futtermitteln eingesetzt werden. Ihre Nutzung liegt im Bereich der Energieerzeugung und in der Herstellung von Kraft- und Schmierstoffen oder im Bereich der herstellenden Industrie. Zur Erlangung des EU-Ecolabels (Euro-Marguerite) für Schmierstoffe ist die Verwendung eines Mindestanteils nachwachsender Rohstoffe vorgeschrieben. Siehe auch Eco Label.

Nähmaschinenöle mehr

Niedrigviskose technische Weißöle im Viskositätsbereich von 7 bis 12 mm2/s bei 40 °C.

Naphthene mehr

N., auch Cycloparaffine oder Cycloalkane genannt, sind gesättigte, cyclische (ringförmige) uKohlenwasserstoffe. Sie haben die allg. Summenformel CnH2n.

Nativer Ester mehr

Nicht chemisch modifiziertes Öl aus pflanzlicher oder tierischer Quelle, meist Triglyceride (Ester mit Glycerin als Alkoholkomponente).

Natriumkomplexseifen-Schmierfette mehr

N. sind Fette, bei denen als Verdicker mit Natriumhydroxid verseifte Mischungen verschiedener, meist organischer Säuren eingesetzt werden. Sie verfügen über gute Schmiereigenschaften, gute Haftfähigkeit, geringe Ölabscheidung, sind geeignet für schnelllaufende Lager, besitzen jedoch eine geringe Wasserbeständigkeit.

Natriumseife mehr

Organische Säure (Fettsäure), mit Natriumhydroxid verseift.

Natriumseifenfette mehr

N., auch Natronfette genannt, sind Schmierfette, bei denen als Verdicker eine mit Natriumhydroxid verseifte organische Säure (meist Fettsäure) eingesetzt wird. Sie besitzen ein gutes Emulgiervermögen und sind daher an feuchten Schmierstellen problematisch, es sei denn, um Feuchtigkeit abzufangen oder das Vordringen zu metallischen Reibstellen zu verhindern. Verwendung hauptsächlich als langfaseriges Getriebefließfett.

NE-Metalle mehr

Alle Metalle außer Eisen und Legierungen mit Eisen als Hauptbestandteil (Nichteisenmetalle).

Netzmittel mehr

N. gehören zu den grenzflächenaktiven Stoffen, wie Tenside, Emulgatoren, Demulgatoren, Entschäumer usw., die sich aus ihrer Lösung heraus an die Grenzflächen zweier Phasen anreichern (z. B. Öl und Wasser) und damit die Grenzflächenspannung (Oberflächenspannung) beeinflussen (meist reduzieren). Netzmittel werden verwendet, um die Benetzbarkeit von Oberflächen zu verbessern.

Neutralisationszahl mehr

Menge (in mg) an Kaliumhydroxid (KOH), die zur Neutralisation der in 1 g eines Öles enthaltenen sauren und basischen Bestandteile benötigt wird. Anhand der Änderung der Neutralisationzahl während der Nutzungsdauer eines Schmierstoffes können Schwankungen in der Additivierung oder auch oxidative Alterung erkannt werden. Bestimmung gemäß DIN 51558, ISO 6619.

Neutralöle mehr

Heute ungebräuchliche Übersetzung der internationalen Bezeichnung „Solvent Neutral“ (SN) für Mineralöle (Solvent-Raffinate), die nach dem Verfahren der Solvent-Raffination gewonnen und als Basisöle für Schmierstoffe verwendet werden.

Newtonsche Flüssigkeiten mehr

Newtonsche Flüssigkeiten nach Sir I. Newton sind Flüssigkeiten, deren Viskositäten vom Spannungs- und Deformationszustand unabhängig sind, d. h. sie werden sofort bei geringster Scherbeanspruchung deformiert. Die Viskosität ist also nicht abhängig von den eingebrachten Scherkräften. Während die meisten Flüssigkeiten newtonsches Verhalten zeigen, weisen einige Fluide ein hiervon abweichendes nichtnewtonsches Verhalten auf. Bei diesen Flüssigkeiten, wie z. B. Blut, Ketchup und Stärke-Wasser-Gemischen, wird die Viskosität von den einwirkenden Scherkräften beeinflusst.

Nitril-Butadien-Kautschuk (NBR) mehr

Elastomer, entstanden durch Polymerisation von Acrylnitril und Butadien.

Nitrosaminbildung mehr

Bestimmte Stickstoffverbindungen, wie z. B. sekundäre Amine, können zusammen mit Nitrit im sauren Milieu (z. B. im Magen) hochkanzerogene (krebsbildende) Nitrosamine bilden. Zur Verhinderung der Nitrosaminbildung in Kühlschmierstoffe n gelten in Deutschland die Vorschriften der TRGS 611 (Verwendungsbeschränkung für sekundäre Amine in wassermischbaren Kühlschmierstoffe n).

NLGI mehr

[engl.] (= National Lubricating Grease Institute). Zusammenschluss von Schmierstoffherstellern und Verbrauchern. Zielsetzung ist die Verbreitung von schmierstofftechnischem Wissen wie z. B. von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, Neuentwicklungen, neue Produktionstechniken, Änderungen bzw. Neuerungen im Bereich Normung, etc. Foren für technische Diskussionen sind z. B. das Magazin „Spokesman“, oder das jährlich stattfindende NLGI-Meeting.

NLGI-Klassen mehr

Zur Charakterisierung von Schmierfetten werden diese in sog. NLGI-Konsistenzklassen eingeteilt nach DIN 51818, wobei die Einordnung aufgrund von Messungen der Konuspenetration (Walkpenetration nach 60 Doppelhüben bei 25 °C) nach DIN ISO 2137 erfolgt. Da es nicht möglich ist, ein Schmierfett mit der immer gleichen Konsistenz herzustellen, besitzt jede NLGI-Klasse einen Penetration sspielraum von 30 Einheiten (1 Einheit = 0,1 mm). Im Abstand von 15 Einheiten schließt sich dann die nächste Klasse an - siehe auch Konsistenz.
Hauptsächliche Anwendung:
(Getriebe-)Fließfette - Weich
Wälzlagerfette, Dicht- und Blockfette - Hart

Noise Damping Value mehr

Einstufung der Geräuschdämpfungsleistung von Schmierstoffen zur Vermeidung von Störakustik an Fahrzeuginnenraumkomponenten nach der CARL BECHEM GMBH: (low: gegen leichtes, medium: gegen mittleres, high: gegen lautes Knarzen/Klappern).

Normalschmieröl – Schmieröle AN mehr

Unadditivierte Mineralöle für schmierungstechnische Anwendungen ohne besondere Anforderungen gemäß DIN 51502.

NSF-H1/NSF-H2 mehr

[engl.] (NSF = National Sanitation Foundation). Schmierstoffe, die in Produktionsmaschinen für Lebensmittel eingesetzt werden, unterliegen strengen Vorschriften. Ob ein Schmiermittel dieses Anforderungsprofil erfüllt, wird von der amerikanischen Zertifizierungsstelle NSF International aufwändig geprüft. Besteht es diesen Test, erhält es das Zertifikat NSF-H1 gemäß FDA -regulations (Food and Drug Administration) oder auch NSF-H2. H1: Kennzeichnung für Schmierstoffe bei denen ein gelegentlicher, technisch unvermeidbarer Kontakt mit Lebensmitteln nicht auszuschließen ist. H2: Kennzeichnung für Schmierstoffe die im Allgemeinen in der Lebensmitteltechnologie angewendet werden dürfen, vorausgesetzt, ein Lebensmittelkontakt ist ausgeschlossen.

Oberflächenaktive Stoffe mehr

Häufig verwendete Bezeichnung für grenzflächenaktive Stoffe, zu denen Tenside, Emulgatoren, Demulgatoren, Netzmittel, Entschäumer usw. gehören, die sich aus ihrer Lösung heraus an die Grenzflächen zweier Phasen anreichern (z. B. Öl und Wasser) und damit die Grenzflächenspannung (Oberflächenspannung) beeinflussen (meist reduzieren). Oberflächenaktive Stoffe sind hauptsächlich organische Verbindungen.

OECD mehr

[engl.] (=Organization for Economic Co-Operation and Development). Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Mit über 30 Mitgliedstaaten befasst sich die internationale Organisation schwerpunktmäßig mit konjunktur-, währungs- und entwicklungspolitischen Fragestellungen, zusätzlich aber auch mit der weltweiten Standardisierung von Test- und Prüfverfahren für Chemikalien.

OECD 301 mehr

Heute übliche Testverfahren zum Nachweis der schnellen biologischen Abbaubarkeit. Verschiedene Varianten (A - F) sind, je nach Substanzeigenschaften und Detektionsverfahren, verfügbar. Siehe auch OECD.

Ölabscheidung mehr

Eigenschaft von Schmierfetten, bei Lagerung, erhöhter Temperatur oder erhöhtem Druck gewisse Mengen des Basisöle s abzuscheiden. Bei geringen Mengen abgeschiedenen Öles bleibt die Funktionalität des Fettes unbeeinflusst. Die Ölabscheidung kann nach verschiedenen Verfahren bestimmt werden, u. a. nach DIN 51817.

Olefine mehr

Althergebrachte Bezeichnung für ungesättigte Kohlenwasserstoffe, d. h. Kohlenwasserstoffe, bei denen eine oder mehrere Doppelbindungen zwischen Kohlenstoffatomen vorliegen. Moderne systematische Bezeichnung: Alkene (eine Doppelbindung, CnH2n), Alkadiene (zwei Doppelbindungen, CnH2n-2), Alkatriene (drei Doppelbindungen, CnH2n-4).

Olein mehr

Ölsäure, C18:1-Fettsäure (einfach ungesättigte unverzweigte Fettsäure mit 18 Kohlenstoffatomen) mit der Summenformel C18H34O2 bzw. C17H33COOH. Vorkommen: als Glycerinester (Triglycerid) in den meisten pflanzlichen und tierischen Ölen. Wird z. B. bei Schmierstoffen zur Verbesserung der Haftfähigkeit und der Spülwirkung bei Metallbearbeitungsöl en (nichtwassermischbaren Kühlschmierstoffe n) sowie zur Herstellung von Metallseifen (Metallsalze der Ölsäure) eingesetzt.

OPEC mehr

[engl.] (= Organisation of the Petroleum Exporting Countries). Organisation erdölexportierender Länder. Der Hauptsitz liegt in Wien, Österreich.

Organischer Binder mehr

Bindemittel in Beschichtungsstoffen auf der Basis organisch-chemischer Substanzen.

Organisches Polymer mehr

Makromoleküle, die durch Polymerisation organischer Monomere entstehen.

Oxidasche mehr

Bestimmung des Aschegehaltes von Mineralölerzeugnissen im offenen Tiegel. Raffinationsreste oder Verunreinigungen, die während der Produktion, der Lagerung oder des Transportes in das Öl gelangt sind, evtl. auch zugegebene Additive, verflüchtigen sich beim Veraschen von Mineralölerzeugnissen nicht, sondern verbleiben als Oxide im Tiegel. Der Oxidaschegehalt wird hauptsächlich zur Bewertung des Reinheitsgrades von Frischölen ohne Zusätze bzw. mit aschefreien Zusätzen herangezogen. DIN EN ISO 6245

Oxidationsbeständigkeitsprüfung mehr

Verfahren zur Bestimmung der Stabilität von Schmierfetten gegen oxidative Alterung. Eine definierte Menge an Fett wird bei erhöhter Temperatur (99 °C) und erhöhten Sauerstoffpartialdruck (7,7 bar) in einem stabilen Edelstahlgefäß (Ox-Bombe) für eine zu vereinbarende Prüfdauer gelagert. Als Ergebnis wird der Abfall des Sauerstoffpartialdrucks angegeben. Je geringer dieser Druckabfall, desto oxidationsbeständiger ist das Schmierfett. Bestimmung nach DIN 51808.

Oxidationsinhibitoren mehr

O. auch Antioxidantien (AO) genannt, sind chemische Zusätze (Wirkstoffe, Additive), die unerwünschte Reaktion mit Sauerstoff oder andere oxidative Prozesse verlangsamen oder unterbinden können. Sie werden Schmierstoffen zugesetzt um die Alterung des Schmierstoffes zu verzögern.

Paraffine mehr

Historisch geprägter Begriff, der in der organischen Chemie die Stoffgruppe der gesättigten Kohlenwasserstoffe bezeichnet, deren Vertreter nur aus den Elementen Kohlenstoff (C) und Wasserstoff (H) bestehen und die keine Mehrfachbindungen enthalten. Sie werden auch Alkane genannt. Das Grundgerüst besteht aus unverzweigten und verzweigten Ketten. Die ersten beiden Typen n Alkane und iso- bzw. neo-Alkane bilden eine homologe Reihe mit der allg. Summenformel CnH2n+2. Die ringförmigen Moleküle bezeichnet man als Cycloalkane. Sie haben die allg. Summenformel CnH2n und werden in der Mineralölterminologie als Naphthene bezeichnet.

Paraffingatsch mehr

Bezeichnet die bei der Entparaffinierung von Mineralöl anfallenden pastösen, ölhaltigen Paraffine (Rohparaffin). An diesen Produktionsschritt schließt sich die Entölung und die Raffination an.

Paraffinum perliquidum mehr

Nach DAB 10 (Deutsches Arzneimittelbuch, 10. Auflage) zugelassene medizinische Weißöl e von wasserklarem Aussehen und niedriger Viskosität. Sie bestehen aus verzweigten Alkane n und Cycloalkanen.

Passungsrost mehr

Korrosionsphänomen (auch Tribokorrosion genannt), das unter oszillierender Belastung in Tribosystemen (z. B. Passungen, Schraubverbindungen, Lagersitze) auftritt. In der Regel setzen sich hierbei sehr kleine Eisenverschleißteilchen mit Sauerstoff zu Rost um, der schließlich zum Festsitzen der Passung führt. Eine weitere nachteilige Begleiterscheinung des Passungsrostes ist eine rapide Materialermüdung, die zum Bruch führen kann. Passungsrost kann am wirksamsten durch Trennung der beiden Metallpartner, z. B. unter Verwendung von Festschmierstoffe n, vermieden werden.

Pastenmehr
Pasten

Der Aufbau von Pasten entspricht im Wesentlichen dem von Fetten. Pasten weisen jedoch höhere Anteile von Festschmierstoffen und Verdicker n auf. Dadurch wird eine sichere Schmier-, Trenn- und Korrosionsschutzwirkung auch beim Einsatz unter extremen Temperatur- und Druckbedingungen gewährleistet. Bei Schmierfetten steht dagegen die Schmierung im Vordergrund.

PD-Additive mehr

Fließeinglättende Additive, die durch plastische Deformation (PD) Oberflächenrauhigkeiten ausgleichen.

Penetration mehr

Messverfahren nach DIN ISO 2137 zur Bestimmung der Konsistenz (Festigkeit) eines Fettes oder einer Paste. Bezeichnet die Eindringtiefe eines genormten Kegels unter definierten Bedingungen in ein Schmierfett und wird in zehntel Millimeter angegeben. Siehe auch Konsistenz, NLGI-Klassen.

Penetrometermehr
Penetrometer

Vorrichtung zur Messung der Penetration bzw. Konsistenz von Fetten und Pasten. Siehe auch Konsistenz, NLGI-Klassen.

Pensky-Martens mehr

Verfahren nach DIN 51758, DIN EN ISO 1516 zur Flammpunkt sbestimmung für Mineralöl und andere brennbare Flüssigkeiten unter Verwendung eines geschlossenen Tiegels. Anzuwenden im Bereich von 65 °C bis 200 °C.

Perfluorpolyether (PFPE) mehr

Vollfluorierte Polyether: Schmieröle mit hervorragender Temperaturstabilität und Kunststoffverträglichlichkeit.

Peroxide mehr

P. sind Stoffe, die bei anorganischen Peroxiden das Peroxidanion O22- oder bei organischen Peroxiden eine Peroxigruppe (–O–O–) enthalten. Da Peroxide bei der Oxidation und Alterung des Mineralöls entstehen und zu Säurebildung und Polymerisation (Verharzung) führen, sind sie in Schmierstoffen unerwünscht.

Petrolatum mehr

Pastöses Gemisch überwiegend aus öligen und kristallinen Paraffine n (gesättigte, verzweigte und unverzweigte Kohlenwasserstoffe). Rückstand aus der Erdölverarbeitung, der nach Reinigung als Salbengrundlage in der Kosmetik oder in Korrosionsschutzmitteln verwendet wird. Siehe auch Vaseline.

PG mehr

Kennbuchstabe der Schmierstoffkennzeichung für Polyglykolbasierte Schmierstoffe, Verwendung z. B. CLP PG.

pH-Wert mehr

Dimensionslose Zahl, die ein Maß für die saure, neutrale oder alkalische (basische) Reaktion einer wässrigen Lösung ist. Der pH-Wert ist definiert als der negative dekadische Logarithmus (Zehnerlogarithmus) der Wasserstoffionen-Konzentration (bzw. -Aktivität). pH-Wert = 7 neutral
pH-Wert > 7 bis 14 = alkalisch, basisch
pH-Wert 0 bis < 7 = sauer Die Messung des pH-Wertes von wassergemischten Kühlschmierstoffe n liefert wertvolle Informationen über deren Zustand und muss gemäß TRGS 611 zusammen mit der Nitritgehaltmessung wöchentlich durchgeführt werden.

Pittingmehr
Pitting

Bezeichnung für ein bestimmtes Schadensbild auf Zahnflanken von Getriebezahnrädern oder in Wälzlagern. Form der Oberflächenalterung, hervorgerufen vor allem bei Bewegungen mit hohen Lasten, besonders häufig bei Reibungen mit Rollanteilen, z. B. bei Getrieben oder Wälzlagern. Hierbei entstehen kleine Risse, die zu Materialausbrüchen führen, welche Grübchen (Pittings) hinterlassen.

Poise mehr

Heute nicht mehr gebräuchliche Maßeinheit für die dynamische Viskosität. Abkürzung P. Berechnung mittels gemessener kinematischer Viskosität durch Multiplikation mit der Dichte der zu prüfenden Flüssigkeit bei einer bestimmten Prüftemperatur. Die heute gebräuchliche SI-Einheit ist die Pascal-Sekunde: 1 P = 0,1 Pa•s. Siehe auch Viskosität.

Polare Wirkstoffe mehr

Chemische Verbindungen, die infolge ihres Molekülaufbaues und dem Vorhandensein von Heteroatomen, wie Sauerstoff, Schwefel, Chlor usw., ein permanentes Dipolmoment besitzen und an Metalloberflächen einen Schmierfilm durch Physisorption (Adsorption ohne chemische Reaktion) bilden. In Schmierstoffen werden meist Fettsäureester und Fettsäuren verwendet, die bei niedrigeren Temperaturen als Extreme-Pressure-Additive die Druckfestigkeit des Schmierfilmes bei Festkörperreibung, Grenzreibung und Mischreibung erhöhen. Polare Additive werden auch zur Verhinderung von Stick-Slip (Ruckgleiten) bei Bettbahnen an Werkzeugmaschinen eingesetzt.

Polyalphaolefine (PAO) mehr

Synthetische Kohlenwasserstoffe, insbesondere Iso-Paraffine mit kurzen Haupt- und langen Seitenketten. Hergestellt durch Hydrocracking von Paraffingatsch mit anschließender Polymerisation und Copolymerisation der dabei entstandenen Alpha-Olefine.

Polyamid (PA) mehr

Thermoplastischer Kunststoff, durch Polykondensation aus Aminocarbonsäuren oder Lactamen oder Dicarbonsäuren und Diaminen oder Aminocarbonsäuren entstanden.

Polycarbonat (PC) mehr

Thermoplastischer Kunststoff aus der Gruppe der Polyester.

Polyethylen (PE) mehr

Thermoplastischer Kunststoff, hergestellt durch Polymerisation von Ethylen (Ethen).

Polyethylen-/Polybutylenterephthalat (PET/PBT) mehr

Thermoplastische Kunststoffe aus der Gruppe der Polyester.

Polyglykol (PG) mehr

Polymer (Polyether), das durch Polymerisation von Ethylenoxid und/oder Propylenoxid entstanden ist, wird häufig als Basisöl oder Additiv in Schmierstoffen verwendet.

Polyharnstoff mehr

Mittels Polyaddition von Isocyanaten und Aminen hergestellte Polymere (-[-NH-R1-NH-(C=O)-NH-R2-NH-(C=O)-] n-). Sie gehören zur der Gruppe der Aminoplasten. Polyharnstoffe kommen u. a. in Klebstoffen, Lacken und als Verdicker in Schmierfetten zum Einsatz.

Polymerisation mehr

Aufbau von kettenförmigen Molekülen durch chemische Reaktion kleiner Moleküle (Monomere) miteinander.

Polyoxymethylen, Polyacetal (POM) mehr

Thermoplastischer Kunststoff, der durch die Polymerisation von Formaldehyd entsteht.

Polypropylen (PP) mehr

Thermoplastischer Kunststoff, hergestellt durch Polymerisation von Propylen (Propen).

Polytetrafluorethylen (PTFE) mehr

Thermoplastischer, weißlicher Kunststoff, auch als Teflon® bekannt, mit sehr guter Beständigkeit gegenüber aggressiven Chemikalien und Lösungsmitteln. Auch Feuchtigkeit und UV-Strahlung führen nicht zu einer Volumenänderung, Versprödung bzw. Verwitterung. Aufgrund der sehr glatten und gleitfähigen Oberfläche haften so gut wie keine anderen Substanzen an. PTFE wird in Schmierfetten als Verdicker und Festschmierstoff (vor allem bei der Schmierung von Reibpartnern aus Kunststoff) eingesetzt.

Polyurethan (PU) mehr

Organisches Polymer , hergestellt durch Polyaddition von Alkohole n an Isocyanate, wird häufig als Binder in Beschichtungsstoffen eingesetzt.

Polyvinylchlorid (PVC) mehr

Thermoplastischer, chlorhaltiger Kunststoff, der durch Polymerisation von Vinylchlorid entsteht.

Pourpoint mehr

Durch den Pourpoint von Ölen wird die tiefste Temperatur beschrieben, bei der ein Öl unter definierten Abkühlungs- und Prüfbedingungen gerade noch fließfähig ist. Die Bestimmung nach DIN ISO 3016 erfolgt über den Stockpunkt, an dem das Öl nicht mehr fließfähig ist. Pourpoint = Stockpunkt +3 °C.

Pourpoint-Verbesserer mehr

Auch Pourpoint-Depressant oder Stockpunkt-Verbesserer genannt. Additive, die das Fließverhalten von Schmierölen bei tiefen Temperaturen verbessern, in dem sie verhindern, dass beim Abkühlen die sich bildenden Paraffinkristalle agglomerieren.

ppm mehr

[engl.] (= Parts per million). Einheit zur Konzentrationsangabe. SI-Einheit für ppm: mg/kg oder auf das Volumen bezogen µl/l bzw. ml/m3.

Propylen-Tetrafluorethylen-Kautschuk (FEPM) mehr

Teilfluoriertes Elastomer.

Pyknometer mehr

Spezielles Messgefäß mit genormtem Volumen zur Bestimmung der Dichte nach DIN 51757.

Quellverhalten (Verträglichkeit, Kompatibilität) mehr

Beschreibt das Verhalten von Elastomeren, Kautschuk und anderen Kunststoffen gegenüber Flüssigkeiten und gasförmigen Medien. Das Quellverhalten wird gemessen über die Änderung von Eigenschaften wie Gewicht, Volumen, lineare Abmessungen, Härte, Reißfestigkeit und Dehnung (DIN ISO 1817, ISO 37, DIN 53505).

Raffinerien mehr

Anlagen zur Verarbeitung von Rohöl, in denen über verschiedene Prozessschritte (Reinigung, Destillation, Hydrierung, Cracking, Mischen, Additivierung) unterschiedliche Mineralölprodukte produziert werden.

RAL-Institut mehr

Kurzform für "RAL Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e. V." mit Sitz in St. Augustin. Das R. ist die Vergabestelle des Umweltzeichens, z. B. RAL-UZ 79 für biologisch schnell abbaubare Hydraulikflüssigkeiten.

REACh mehr

[engl.] (= Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals). Verordnung (1907/2006/EG) der europäischen Union zur Neuordnung des Chemikalienrechts, die auf dem Grundsatz der Eigenverantwortung der Industrie basiert. Innerhalb der europäischen Union dürfen nach dem Prinzip "no data, no market" chemische Stoffe oberhalb einer bestimmten Mengenbeschränkung nur nach vorheriger Registrierung in Verkehr gebracht werden. Hierzu zählt sowohl die Herstellung als auch der Import chemischer Stoffe, wobei jeder Inverkehrbringer eine eigene Registriernummer für den registrierten Stoff erhält.

Redwood Sekunden (R“) mehr

Bezeichnet eine vor allem in England übliche Maßeinheit für die Viskosität, gemessen mit dem Redwood-Viskosimeter.

Refraktometer mehr

Optisches Gerät zur Bestimmung der Lichtbrechungseigenschaften von Stoffen. Wird als Handrefraktometer häufig zur Konzentrationsbestimmung von wassergemischten Kühlschmierstoffe n (Emulsion en und Lösungen) eingesetzt. Hierbei sind Faktoren zur Berechnung der tatsächlichen Konzentration notwendig, die vom Konzentrathersteller angegeben werden. Siehe auch Brechungsindex.

Regular Oil mehr

[engl.]. Unadditivierte Mineralöle für schmierungstechnische Anwendungen ohne besondere Anforderungen.

Reibmoment mehr

Äquivalent zur Reibungskraft bei Rotationsbewegungen.

Reibung mehr

R. ist die physikalische Kraft, die einer Relativbewegung zweier einander berührender Körper entgegenwirkt. Die Einteilung der Reibungsformen erfolgt nach der Bewegungsart wie Haftreibung (auch Ruhereibung genannt), Gleitreibung, Rollreibung oder Wälzreibung (zusammengesetzt aus Roll- und Gleitreibung) oder nach den Reibungszuständen wie (Festkörperreibung, Grenzreibung, Mischreibung und Flüssigkeitsreibung).

Reibungskoeffizient mehr

Quotient aus Reibungskraft FR und Gewichtskraft FN: µ = FR/FN, auch Reibungszahl, Reibbeiwert oder Reibwert. Formelzeichen µ oder moderner f. Niedriger Reibungskoeffizient gleich niedrige Reibung.

Reibungskraft mehr

Durch den Kontakt zweier sich relativ zueinander bewegenden Körper hervorgerufene Kraft, die der Bewegungsrichtung entgegengesetzt ist.

Reibwertverbesserer mehr

R., auch Friction Modifier (FM) genannt, sind Additive für Schmierstoffe zur Verminderung der Reibung bzw. zur Einstellung bestimmter Reibungseigenschaften oder zur Verhinderung von Stick-Slip -Phänomenen (Ruckgleiten). Eingesetzt werden Fettsäuren und deren Derivate, organische Amine, Amin-Phosphate etc.

Rheologie mehr

[v. griech.]. Wissenschaft, die sich mit den Fließ- und Verformungseigenschaften von Stoffen und Materialien befasst. Das Fließverhalten hängt von der molekularen Struktur der Stoffe und von den Wechselwirkungen der Moleküle untereinander ab. Bei sogenannten newtonschen Flüssigkeiten, wie z. B. Wasser, lässt sich das Fließverhalten über einen linearen, zeitunabhängigen Zusammenhang nach dem newtonschen Viskositätsgesetz beschreiben. Vereinfacht gesagt, ist hier die Viskosität unabhängig von angreifenden Scherkräften. Bei den nichtnewtonschen Flüssigkeiten ändert sich die Viskosität in Abhängigkeit von den angreifenden Scherkräften bzw. mit Angriffsdauer der Scherkraft. Sinkt die Viskosität während der Erhöhung der Scherkraft, spricht man von Strukturviskosität, steigt sie während der Erhöhung der Scherkraft an, von Dilatanz. Sobald keine Scherung mehr stattfindet, sinkt die Viskosität wieder auf den Ausgangswert. Die Steigerung der Viskosität bei konstanter Scherkraft bezeichnet man als Rheopexie (Beispiel: Gips) und das zeitabhängige Absinken der Viskosität bei konstanter Scherkraft als Thixotropie (Beispiel: Ketchup, moderne nichttropfende Wandfarben). Im Unterschied zur Strukturviskosität und Dilatanz ändert sich die Viskosität bei Rheopexie und Thixotropie erst nach einer gewissen Relaxationszeit zurück auf den Ausgangwert.

Rheopexie mehr

[griech.]. Als Rheopexie wird die Eigenschaft eines nichtnewtonschen Fluids bezeichnet, bei konstanter Scherkraft, also praktisch einer mechanischen Beanspruchung, eine höhere Viskosität anzunehmen. Bei anhaltender Beanspruchung nimmt die Viskosität weiter zu, sie ist also zeitabhängig. Erst nach einer gewissen Relaxationszeit sinkt die Viskosität wieder zurück auf den Ausgangswert. Im Gegensatz dazu gibt es die Thixotropie, bei der die Viskosität bei mechanischer Beanspruchung mit der Zeit sinkt.

Rippling mehr

[engl.]. Als R. wird die Erzeugung einer welligen Struktur aufgrund eines Stick-Slip –Effektes (Ruckgleiten) bezeichnet.

Rohöl mehr

Als R. wird das unbehandelte, unmittelbar aus der Erde gewonnene Erdöl bezeichnet. Das hellgelbe bis schwarze R. besteht überwiegend aus Kohlenwasserstoffen. Als fossiler Energieträger ist R. von großer Bedeutung für die Produktion von Treibstoffen und Heizöl. Zugleich ist R. wichtiger Rohstoff für fast alle Chemieprodukte (z. B. Kunststoffe) und pharmazeutischen Erzeugnisse.

Rost mehr

Das Korrosionsprodukt Rost entsteht durch Oxidation von Eisen oder Stahl mit Sauerstoff in Gegenwart von Wasser und besteht aus wasserhaltigen Eisenoxiden. Im Gegensatz zu Oxidschichten anderer metallischer Werkstoffe wie z. B. Aluminium, Chrom oder Zink schützt Rost mit seiner porösen Schicht nicht vor weiterer Zersetzung.

Rotations-Viskosimetermehr
Rotations-Viskosimeter

Gerät zur Bestimmung der dynamischen Viskosität, das in unterschiedlichen Bauformen ausgeführt sein kann. Gemeinsam sind allen Geräten rotierende Körper (Zylinder, Kegel).

Ruckgleiten mehr

R. (auch Stick-Slip genannt) entsteht bei geringen Geschwindigkeiten und hohen Lasten infolge ungenügender Schmierfilmbildung. Die Ursache für Ruckgleiten liegt im periodischen Zusammenbruch des trennenden Schmierfilms in einer linearen Bewegung eines unter Last stehenden Körpers auf einer Oberfläche (z. B. Bettbahn einer Werkzeugmaschine), so dass es immer wieder zum Übergang aus dem Gleitreibungszustand in den Haftreibungszustand kommt. Durch spezielle Additive (Stick-Slip-Zusätze, Anti-Stick-Slip-Additive) mit hoher Oberflächenaffinität kann Ruckgleiten vermieden werden.

Ruhpenetration mehr

R. bezeichnet die Penetration einer Schmierfettprobe bei 25 °C, die unter möglichst geringer mechanischer Beanspruchung in das Prüfgerät gebracht wird, also vor der Messung nicht gewalkt wurde. Bestimmung gemäß DIN ISO 2137.

SAE-Klassen mehr

Einteilung der Viskositätsklassen für KFZ-Schmierstoffe, festgelegt durch die amerikanische Society of Automotive Engineers.

Salzsprühnebelprüfungmehr
Salzsprühnebelprüfung

Test zur Ermittlung der Korrosionsschutzeigenschaften von Schmierstoffen (z. B. Schmierfette oder Gleitlacke) auf metallischen Bauteilen in salzwasserhaltiger Atmosphäre in einer geschlossenen Kammer bei 35 °C. Als Testergebnis wird die Zeit bis zum Auftreten erster sichtbarer Korrosionserscheinungen angegeben. Bestimmung gemäß DIN EN ISO 9227 (früher DIN 50021).

Schalöl mehr

S., auch Schalungsöle genannt, sind Öle zur Anwendung in der Bauindustrie als Trennschicht bei Holz- oder Stahlschalungen für die Betonverarbeitung usw.

Schaumunterdrückermehr

S., auch Anti-Foam-Additive, AF-Additiv oder Entschäumer genannt, sind stark grenzflächenaktive Stoffe oder Formulierungen, die die Schaumbildung unterdrücken bzw. den schnellen Schaumzerfall bewirken, z. B. Polysiloxane oder Polyalkylenglykolether. Sie verringern die Schaumneigung von Flüssigkeiten bei starker Scherung oder Lufteintrag. Schaumbildung verschlechtert die Schmiereigenschaften (z. B. Alterungsbeständigkeit, Druckaufnahmevermögen usw.) eines Schmierstoffes.

Schergeschwindigkeit mehr

S. wird auch Schergefälle, Scherrate oder Geschwindigkeitsgefälle genannt. Beschreibt die räumliche Veränderung der Fließgeschwindigkeit in Fluiden. Durch die in realen Fluiden herrschenden Reibungskräfte entstehen unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten ortsabhängig abnehmend mit der Entfernung von der angreifenden Scherkraft. In der Rheologie ist die Schergeschwindigkeit ein Maß für die mechanische Beanspruchung von Fluiden und dient der Definition der Viskosität.

Scherstabilität mehr

Um das Viskositäts-Temperaturverhalten oder den Pourpoint von Ölen zu verbessern, werden häufig öllösliche Polymere (Viskositätsindex-Verbesserer, Pourpoint-Depressant s) zugegeben. Durch Belastung in der Anwendung treten häufig hohe Scherkräfte auf, die zu einer Zerstörung dieser langkettigen Polymermoleküle führen. Scherstabilität ist die höchst erwünschte Eigenschaft dieser polymeren Zusätze, einer Zerstörung möglichst lange zu widerstehen. Prüfung z. B. im Vierkugel-Apparat nach DIN 51350-6.

Schleiföle mehr

S. sind nichtwassermischbare Kühlschmierstoffe zum Schleifen von Metalloberflächen, meist auf der Basis niedrigviskoser (kinematische Viskosität bis ca. 10 mm2/s bei 40 °C, in Spezialfällen bis ca. max. 30 mm2/s bei 40 °C) Mineralöle oder synthetischer Kohlenwasserstoffe (PAO). Auf die speziellen Belange des Schleifvorganges eingestellt, tragen sie zu einem sehr feinen Schliffbild bei.

Schmierfettemehr
Schmierfette

Konsistente Schmierstoffe, die aus Mineralöl und/oder Syntheseöl und einem Verdicker bestehen und ggf. Additive und/oder Festschmierstoffe n enthalten. Schmierfette werden nach der Art des Verdickers in Metallseifen fetten (z. B. Lithium-, Calcium-, Natriumseifenfette ), Schmierfetten mit organischen Verdickern (z. B. Polyharnstofffetten) und Schmierfette mit anorganischen Verdickern (z. B. Kieselgel- oder Bentonitfette) eingeteilt.

Schmierstoffe mehr

S. werden eingesetzt, um eine Relativbewegung zwischen festen Oberflächen, die belastet sind, zu optimieren. Hierunter ist zu verstehen, dass die Bewegung unter Schonung der geometrischen Gestalt (Verschleiß, Abrieb, Lebensdauer) und möglichst wirtschaftlich (Reibung) abläuft. Neben dieser Verringerung von Reibung und Verschleiß gehören Wärmeabfuhr (Kühlung), Korrosionsschutz, Materialtransport (Spantransport in der Metallbearbeitung), Übertragung von Kräften (Hydraulikanlagen), Schwingungs- und Geräuschdämpfung sowie Abdichtung gegen äußere Einflüsse zu den Aufgaben von Schmierstoffen. Je nach Aggregatzustand kann zwischen gasförmigen, flüssigen, konsistenten (Fette, Pasten) und festen Schmierstoffen unterschieden werden.

Schneidöle mehr

S. sind nichtwassermischbare Kühlschmierstoffe (Metallbearbeitungsöl e), die für Zerspanungsoperationen in der Metallbearbeitung zur Schmierung, Wärmeabfuhr sowie zum Spänetransport eingesetzt werden.

Schwefeladditive mehr

Schwefelhaltige chemische Verbindungen, die in Schmierstoffen meist als EP(Extreme Pressure) - oder AW(Anti Wear)-Additive eingesetzt werden.

Schwing-Reib-Verschleiß-Tribometer (SRV)mehr
Schwing-Reib-Verschleiß-Tribometer (SRV)

Laut DIN 51834 (1-4) auch translatorisches Oszillationsprüfgerät genannt. Die „SRV“ wird für Verschleißprüfungen zweier Reibpartner bei linearer oszillierender Relativbewegung in Verbindung mit einem Schmierstoff eingesetzt (die Erzielung einer Rotationsbewegung über ein Zusatzgerät möglich). Dazu wird der obere Reibpartner durch Linearantriebe in eine zyklische Translationsbewegung versetzt, während der untere Reibpartner unter definierter Kraft angepresst wird. Einstellbare Parameter sind: Frequenz in Hz (Oszillation), Weg in mm, Temperatur in °C, Last in N, Prüfdauer in Minuten sowie die Kontaktfläche durch die Wahl des Gegenkörpers (verschiedene Kugeldurchmesser, Zylinder, Ring). Das Ergebnis ist der Reibungskoeffizient.

SEB mehr

Stahl-Eisen-Betriebsblätter, Branchennormen des Stahlinstituts VDEh.

Seifengerüst mehr

Schmierfette bestehen aus einem Grundöl und einem Verdicker sowie ggf. Additive n. Häufig kommen als Verdicker Metallseifen zum Einsatz wie z. B. Aluminium-, Calcium-, Lithium- oder Natriumseife, sowie anorganische Verdicker wie Bentonit e und organische Verdicker wie z. B. Polyharnstoff e und PTFE. Durch spezielle Verfahren bei der Fettherstellung bildet der Verdicker eine schwammartige Gerüststruktur aus, in deren Poren das Grundöl gehalten wird. Unter Druck wird das Grundöl dann wieder abgegeben und es erfolgt die Schmierung der Schmierstellen.

Seilschmierstoff mehr

Schmierstoffe zur Schmierung von Drahtseilen zur Verminderung der Reibung der einzelnen Drähte untereinander und zum Schutz vor korrosiven Umwelteinflüssen. Oft enthalten Seilschmierstoffe Graphit- oder Molybdändisulfidzusätze.

SI mehr

Kennbuchstabe der Schmierstoffkennzeichung für silikonölbasierte Schmierstoffe, Verwendung z. B. CLP SI.

SI-Einheiten mehr

International gültiges System von naturwissenschaftlichen und technischen Grundeinheiten wie z. B. Meter, Kilogramm, Sekunde oder Kelvin (franz.: Système International d'Unités).

Sicherheitsdatenblatt mehr

Hersteller, Einführer und Inverkehrbringer von Gefahrstoffen und mit Gefahrstoffen hergestellten Zubereitungen (oberhalb bestimmter Grenzwerte der enthaltenen Gefahrstoffe) müssen in der EU, aber auch in vielen anderen Ländern, Sicherheitsdatenblätter (SDB) - auch Material Safety Data Sheets (MSDS) genannt - erstellen und dem Abnehmer zur Verfügung stellen. Der Markt hat durchgesetzt, dass auch für Produkte SDB erstellt werden, die nicht Gefahrstoffe sind. Basis hierfür ist die Gefahrstoff-Verordnung (GefStoffV). Unter anderem sind im SDB Angaben zu machen über Zusammensetzung, Toxikologie, Ökologie und Entsorgung des Stoffes sowie die entsprechenden R- und S-Sätze und Gefahrstoffkennzeichnungen anzugeben. Des Weiteren enthalten SDB Hinweise und Tipps zur Brandbekämpfung, Handhabung, Lagerung, Transport, persönlichen Schutzausrüstung und zu Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Siedepunkt, Siedebereich, Siedegrenzen mehr

Flüssigkeiten von hoher Reinheit, die nur aus einem Stoff bestehen, sieden bei einer definierten Temperatur, dem Siedepunkt, bis die Flüssigkeit vollständig verdampft ist. Ist die Flüssigkeit mit anderen darin mischbaren flüssigen Komponenten vermischt oder verunreinigt, siedet das Gemisch nicht bei einer bestimmten Temperatur, sondern in einem Temperaturbereich, dem Siedebereich (Siedebeginn bis Siedeende), bis die vollständige Verdampfung erfolgt ist.

Siedeverzug mehr

Von S. wird gesprochen, wenn unter bestimmten Bedingungen Flüssigkeiten über ihren Siedepunkt hinaus aufgeheizt werden, ohne zu sieden. So kann z. B. Wasser auf 110 °C erhitzt werden, ohne dass sich durch Verdampfung Wasserdampfblasen bilden. Der metastabile Zustand kann allerdings zu einer gefährlichen Situation führen, denn bereits schwache Erschütterungen können die Bildung einer größeren Gasblase bedeuten. Diese entweicht dann explosionsartig aus dem Gefäß. Besonders in hohen, schmalen Gefäßen, wie z. B. Reagenzgläsern, tritt dieser Effekt auf, da die Flüssigkeit im unteren Teil eine höhere Temperatur als im oberen Teil aufweist. Eine hohe Reinheit der flüssigen Substanz sowie lokale Überhitzung durch geringe Durchmischung und glatte, ebene Wandungen der Gefäße fördern den Siedeverzug. Als Gegenmaßnahme helfen Rührvorrichtungen, Siedesteinchen oder Siedekapillare.

Silikone, Silikonöle mehr

S. (auch Silicone genannt; systematisch: Polyorganosiloxane) sind Sammelbegriffe für synthetische Polymere auf der Basis von über Sauerstoffatome verknüpften Siliciumatomen. Sowohl kettenförmige und cyclische als auch netzartige Molekülstrukturen sind bekannt. Die zwei weiteren freien Valenzelektronen des Siliciums sind durch Kohlenwasserstoffgruppen (meist Methyl- oder Phenylreste) gesättigt, wodurch Silikone zur den siliciumorganischen Verbindungen gezählt werden. Je nach Molekülkettenlänge sind Silikone flüssig (Silikonöle) oder sogar fest (Silikonkautschuk, Silikonharze). Flüssige Typen werden häufig als Basisöle von Schmierstoffen verwendet. Durch die gute Temperatur- und Alterungsbeständigkeit und den hohen Viskositätsindex eignen sich Silikonöle besonders für Hochtemperaturanwendungen. Weiterhin sind Silikonöle sehr gut verträglich mit Elastomeren und Kunststoffen (außer Silikonkautschuk). Die tribologischen Eigenschaften (Reibungsminderung und Verschleißschutz) sind allerdings schlechter als bei den meisten anderen Grundöltypen. Achtung: im englischen Sprachgebrauch werden Silikone als Silicone bezeichnet, Silicon bezeichnet aber das Element Silizium.

Silikonschmierfette mehr

Fette, bei denen Silikonöle als Basisöle verwendet werden. Durch die gute Temperatur- und Alterungsbeständigkeit und den hohen Viskositätsindex eignen sich Silikonfette besonders für Hochtemperaturanwendungen. Weiterhin sind Silikonfette sehr gut verträglich mit Elastomeren und Kunststoffen (außer Silikonkautschuk). Die tribologischen Eigenschaften (Reibungsminderung und Verschleißschutz) sind allerdings schlechter als bei den meisten anderen Schmierfetttypen.

Spalling mehr

[engl.]. Ist die Oberfläche von Metallen gehärtet, so kann diese sprödere obere Schicht nach sehr vielen Lastwechseln unter der Verformung des plastischen Kerns brechen, was großflächige Ausbrüche (sog. Spalling) zur Folge hat.

Spektroskopie mehr

S., auch Spektrometrie genannt, bezeichnet verschiedene chemisch-physikalische Verfahren, die anhand des Spektrums durch Farbzerlegung von Strahlungsquellen untersuchen, wie elektromagnetische Strahlung und Materie in Wechselwirkung stehen. Die Unterteilung erfolgt nach dem Wellenlängenbereich des eingestrahlten Lichtes, z. B. Infrarotspektroskopie (IR), UV/VIS-Spektroskopie (UV- und sichtbarer Bereich) und Röntgenspektroskopie, oder nach der Art des gemessenen Effektes, wie z.B. Absorption oder Emission (Fluoreszenz).

Spindelöle mehr

Schmieröle mit niedriger Viskosität (ca. 2 - 20 mm2/s bei 40 °C) zur Schmierung von Spindeln z. B. in Textilmaschinen oder Antriebsspindeln in Werkzeugmaschinen.

Spratzprobe mehr

Einfache qualitative Methode zum Nachweis von Wasser in Mineralölen. Beim Erhitzen von Ölen (Mineralöle n, Esterölen, Ölen auf synthetischer Basis) im Reagenzglas oder auf einem Metallspatel über 100 °C hinaus entweicht Wasser durch schlagartiges Verdampfen mit einem charakteristischem Geräusch. Für den quantitativen Nachweis von Wasser in Schmierstoffen hat sich die Karl-Fischer-Titration durchgesetzt (DIN 51777, DIN EN ISO 12937, ISO 6296).

Spülöl mehr

S. dient zum Spülen und Reinigen von Maschinenteilen und Anlagen, z. B. vor der Inbetriebnahme oder bei Umölung. Üblicherweise sollte vor Inbetriebnahme einer Maschine der zur Befüllung vorgesehene Schmierstoff zur Spülung und Reinigung eingesetzt werden, eventuell in einer niedrigeren Viskosität oder mit detergieren den Zusätzen.

Staufferfette mehr

Schmierfette, die durch die Verseifung von pflanzlichen und tierischen Ölen mit Calciumhydroxid hergestellt werden, somit auf Calciumstearat basieren. Früher wurden sie zur Schmierung gering belasteter Gleitlager oder Gleitflächen bei Temperaturen bis ca. 60 °C sowie zu Abdichtzwecken eingesetzt. Benannt sind sie nach dem Hersteller Stauffer Chemicals.

Stick-Slip mehr

[engl.]. Stick-Slip (auch Ruckgleiten genannt) entsteht bei geringen Geschwindigkeiten und hohen Lasten infolge ungenügender Schmierfilmbildung. Die Ursache für Stick-Slip-Effekte liegt im periodischen Zusammenbruch des trennenden Schmierfilms in einer linearen Bewegung eines unter Last stehenden Körpers auf einer Oberfläche (z. B. Bettbahn einer Werkzeugmaschine), so dass es immer wieder zum Übergang aus dem Gleitreibungszustand in den Haftreibungszustand kommt. Durch spezielle Additive (Stick-Slip-Zusätze, Anti-Stick-Slip-Additive) mit hoher Oberflächenaffinität kann Stick-Slip vermieden werden.

Stockpunkt mehr

Temperatur, bei der ein unter definierten Bedingungen heruntergekühltes Öl nicht mehr fließfähig ist. Die Bestimmung erfolgt nach DIN ISO 3016. Angabe üblicherweise eher als Pourpoint (= Stockpunkt + 3 °C).

Stockpunkt-Verbesserer mehr

S.-V., auch Pourpoint-Verbesserer oder Pourpoint-Depressant (PPD) genannt, sind öllösliche Polymere, die die Agglomeration langkettiger Paraffine und das Wachstum von Paraffinkristallen verhindern und damit die Fließfähigkeit von Ölen bei tiefen Temperaturen verbessern. Heute werden hierfür z. B. Polymethacrylate und Propylen-Copolymere eingesetzt.

Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR) mehr

Elastomer, entstanden durch Polymerisation von Styrol und Butadien.

Sulfatasche mehr

Bei der Veraschung von organischen Substanzen unter Zugabe von Schwefelsäure entsteht ein mineralischer Rückstand, der vorwiegend aus Sulfaten besteht und als Sulfatasche bezeichnet wird. Der Sulfataschegehalt wird in Prozent angegeben und ist ein Maß für die anorganischen Bestandteile eines Öles.

Suspension mehr

Mehrphasiges Gemisch aus einer Flüssigkeit und darin fein dispergierten (verteilten) Feststoffen. Untergruppe der Dispersion en.

Synthetische Schmierstoffe mehr

Schmierstoffe, die nicht auf der Basis von Mineralöl oder nativer Öle formuliert sind, sondern auf der Basis chemisch modifizierter Grundöle (Polyalphaolefine, Polyglykole, synthetische Ester, Alkylaromaten, Polyphenylether, Perfluorpolyether , Silikonöle , Phosphorsäureester). Gegenüber Schmierstoffen auf Basis von Mineralöle n erfüllen synthetische Schmierstoffe höhere Anforderungen z. B. hinsichtlich Feuerresistenz, Hochtemperaturstabilität, Tieftemperaturverhalten, Resistenz gegen radioaktive Strahlung, Verdampfungsverlust , Oxidationsbeständigkeit (Lebensdauerschmierung), Hochdruckstabilität, Viskositäts-Temperaturverhalten usw.

TAN mehr

[engl.] (= Total Acid Number, auch Säurezahl genannt). Die TAN nach DIN EN 12634 gibt die Menge aller sauren Substanzen in 1 g der Probe (Schmierstoff) an. Als Ergebnis der Titration mit ethanolischer Kaliumhydroxid-Lösung wird die verbrauchte Menge an KOH (Kaliumhydroxid) in mg angegeben.

TBN mehr

[engl.] (= Total Base Number, auch Gesamtbasenzahl genannt). Die TBN nach DIN ISO 3771 gibt die Menge aller basischen Substanzen in 1 g Probe (Schmierstoff) an. Das Ergebnis der Titration wird in mg KOH (Kaliumhydroxid) angegeben. Über die TBN kann die in einem Schmieröl enthaltene Menge an alkalischen Additive n bestimmt werden, die zur Neutralisation saurer Reaktionsprodukte von Alterungsprozessen zur Verfügung steht.

Thermische Stabilität mehr

Ab einer spezifischen Temperatur beginnen Öle sich zu zersetzen, auch wenn kein Sauerstoff beteiligt ist. Die Thermische Stabilität ist somit der Widerstand gegen diese Zerstörung der Molekülstruktur.

Thermoplastisches Elastomer (TPE) mehr

Polymer mit bei Raumtemperatur elastomeren Eigenschaften, das bei erhöhter Temperatur plastisch verformt werden kann.

Thixotropiemehr

[griech.], T. auch Ruhverfestigung genannt. Bei nichtnewtonschen Fluiden ändert sich die Viskosität in Abhängigkeit von den angreifenden Scherkräften bzw. mit Angriffsdauer der Scherkraft. Das zeitabhängige Absinken der Viskosität bei konstanter Scherkraft wird als Thixotropie bezeichnet (Beispiel: Ketchup, moderne nichttropfende Wandfarben). Vereinfacht heißt das: Je länger eine thixotrope Flüssigkeit umgerührt wird, desto dünnflüssiger wird sie. Nach einer gewissen Relaxationszeit ohne Scherung ändert sich die Viskosität bei thixotropen Fluiden zurück auf den Ausgangwert, d.h. nach Beendigung der Scherbelastung steigt die Viskosität zeitabhängig wieder an.

Timken-Maschine mehr

Schmierstoff-Prüfmaschine für Verschleißprüfungen zur Ermittlung des Mischreibungsverhaltens von EP-Schmierstoffe n. Es können sowohl die Tragfähigkeit (Druckaufnahmevermögen) des Schmierfilms als auch die Abriebfestigkeit (Verschleiß) ermittelt werden. Bei der Prüfung wird ein viereckiger Stahltestblock an einen auf einer Welle angebrachten Wälzlageraußenring unter Schmierstoffzuführung gedrückt. Die Welle wird mit einem Motor mit 800 U/min angetrieben. Als Ergebnis der Prüfung wird die Gutlast (keine Anfressungen am Prüfblock) festgestellt. Der Gesamtabrieb von den Prüfkörpern in mg bei festgelegter Belastung über einen bestimmten Zeitraum kann ebenfalls ermittelt werden (Grenzwert hier: Verschleiß < 5 mg).

Titration mehr

Analyseverfahren zur quantitativen Bestimmung von Säuren, Basen, Oxidations- und Reduktionsmitteln, Härtebildnern, Komplexbildnern usw. Dabei wird ein bekannter Stoff, die Probelösung, mit unbekannter Konzentration in einer chemischen Reaktion mit einer Maßlösung von bekannter Konzentration bis zum Endpunkt der Reaktion versetzt. Das dabei verbrauchte Volumen an Maßlösung wird gemessen. Mit Hilfe der Stöchiometrie kann die unbekannte Konzentration der Probelösung berechnet werden. Zur Bestimmung des Endpunktes können verschiedene Verfahren eingesetzt werden, z. B. Farbumschläge über Indikatorfarbstoffe oder elektrochemische Potentialänderungen.

Transformatorenöle mehr

Öle, meist auf Mineralölbasis, zur Kühlung und Isolation in Transformatoren. Viskosität üblicherweise im Bereich von ca. 8 bis 25 mm2/s bei 40 °C.

TRGS mehr

(= Technische Regeln für Gefahrstoffe). Untergesetzliches deutsches Regelwerk zur Umsetzung der Gefahrstoffverordnung. Sie beschreiben den aktuellen Stand der arbeitsmedizinischen, arbeitswissenschaftlichen, hygienischen und sicherheitstechnischen Anforderungen an Gefahrstoffe in Bezug auf das Inverkehrbringen und Tätigkeiten.

Tribokorrosion mehr

Korrosionsphänomen (auch Passungsrost genannt), das unter oszillierender Belastung in Tribosystemen (z. B. Passungen, Schraubverbindungen, Lagersitze) auftritt. In der Regel setzen sich hierbei sehr kleine Eisenverschleißteilchen mit Sauerstoff zu Rost um, der schließlich zum Festsitzen der Passung führt. Eine weitere nachteilige Begleiterscheinung des Passungsrostes ist eine rapide Materialermüdung, die zum Bruch führen kann. Passungsrost kann am wirksamsten durch Trennung der beiden Metallpartner, z. B. unter Verwendung von Festschmierstoffe n, vermieden werden.

Tribologie/Tribotechnik mehr

Auch Reibungslehre genannt. „Tribologie ist die Wissenschaft und Technik von aufeinander einwirkenden Oberflächen in Relativbewegungen. Sie umfasst das Gesamtgebiet von Reibung und Verschleiß einschließlich Schmierung und schließt entsprechende Grenzwechselwirkungen sowohl zwischen Festkörpern als auch zwischen Festkörpern und Flüssigkeiten oder Gasen ein.“ (Zitat aus der zurückgezogenen DIN 50223) Aufgabe der Tribologie und mehr noch der Tribotechnik ist es, reibungs- und verschleißbedingte Energie- und Stoffverluste in Hinsicht auf einen möglichst störungsfreien Betrieb von technischen Systemen zu minimieren. Durch die positive Veränderung der aufeinander wirkenden Oberflächen in Relativbewegung (tribologisches System) werden ein höherer Wirkungsgrad und eine größere Zuverlässigkeit erreicht.

Tropfpunkt mehr

Unter genormten Bedingungen wird eine Schmierfettprobe solange erhitzt, bis die Verflüssigung einsetzt und ein Tropfen durch die Öffnung des Prüfrohres fällt. Die in diesem Moment gemessene Temperatur bezeichnet man als Tropfpunkt. Bestimmung nach DIN ISO 2176.

UBA Leitlinie (KTW) mehr

Leitlinie zur hygienischen Beurteilung von organischen Materialien im Kontakt mit Trinkwasser (KTW-Leitlinie: Kontakt mit Trinkwasser)

Ubbelohde-Viskosimetermehr
Ubbelohde-Viskosimeter

Mit dem Ubbelohde-Viskosimeter kann die kinematische Viskosität von Fluiden bei unterschiedlichen Temperaturen nach DIN 51562 ermittelt werden. Dabei wird die Zeit gemessen, die das Fluid benötigt, um durch eine Kapillare zu fließen. Die kinematische Viskosität wird anschließend durch Multiplikation der benötigten Zeit mit der Kapillar-Konstante berechnet.

Ungesättigte Verbindungen mehr

Organische Verbindungen mit Doppel- oder Dreifachbindungen zwischen den Kohlenstoffatomen. Kohlenwasserstoffe mit Doppelbindungen werden als Alkene bezeichnet, althergebracht auch als Olefine. Kohlenwasserstoffe mit Dreifachbindungen bezeichnet man als Alkine. Ungesättigte Verbindungen kommen nicht nur bei Kohlenwasserstoffen vor, sondern auch bei allen organischen Verbindungen, die Kohlenwasserstoffreste enthalten, wie z. B. Fettsäuren und Ester. Insgesamt sind ungesättigte Verbindungen reaktionsfreudiger als gesättigte, somit aber auch nicht so stabil gegen Alterungsprozesse (Oxidation).

UV-Indikator mehr

Nur unter einer UV-Lichtquelle sichtbarer Farbstoff, der zur Kontrolle des Schmierstoffauftrages auf Bauteilen dient.

Vaseline mehr

Markenbezeichnung für ein aus festen und flüssigen Erdölbestandteilen (paraffinische Kohlenwasserstoffe) gebildetes pastöses Gemisch, dessen Schmelzbereich zwischen 38 °C und 58 °C liegt.

VCI mehr

1. [engl.] (= Volatile Corrosion Inhibitor). Flüchtiges Korrosionsschutz-Additiv, das in die Gasphase übergeht und dann Korrosionsvorgänge an metallischen Oberflächen, die sich im Kontakt zur Gasphase befinden, verhindert. VCI-Stoffe werden meist in Verpackungs- und Trägermaterialien (Folien, Papier, Karton, Vlies, Schaumstoff) eingebracht oder als Pulver, Spray beziehungsweise Öl appliziert und dienen dem Transportschutz korrosionsempfindlicher Bauteile. Nach dem Öffnen der Verpackung verflüchtigen sich die VCI-Stoffe rückstandsfrei und die vorher geschützten Bauteile können ohne Reinigung weiterverarbeitet werden. 2. (= Verband der Chemischen Industrie e.V.). Wirtschaftsverband der deutschen chemischen Industrie mit Sitz in Frankfurt am Main.

VDI mehr

(= Verein Deutscher Ingenieure e.V.). Mitgliederstärkster deutscher Zusammenschluss von Ingenieuren und Naturwissenschaftlern, gegründet 1856. Tätig unter anderem in der Forschungsförderung und Normungsarbeit (VDI-Richtlinien), mit Hauptsitz in Düsseldorf.

VDMA mehr

(= Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.). Industrieverband der deutschen Investitionsgüterindustrie. Der VDMA hat aufgrund der Tätigkeit zahlreicher Fachgremien herausragende Bedeutung im Bereich Schmierung, Forschung, Normung und Information. Hauptsitz in Frankfurt am Main.

Verdampfungsverlust mehr

Bezeichnet die Flüchtigkeit (Verdampfungsneigung) von Schmierstoffen und Grundölen unter definierten Bedingungen. Der Verdampfungsverlust nimmt mit steigender Prüftemperatur zu und ist bei chemisch gleichartigen Grundöle n abhängig von der Viskosität eigentlich aber von der Molmasse (näherungsweise von der Viskosität), sowie bei Mineralöle n vom Raffinationsgrad und dem Mischungsverhältnis der verschiedenen Basisölkomponenten. Nach DIN 51581 (Verfahren nach Noack) wird für die Dauer einer Stunde bei 250 °C und einem leichten Unterdruck gemessen. In Abhängigkeit vom Flammpunkt kann die Messung aber auch bei niedrigeren Temperaturen erfolgen. Bestimmung nach DIN 58397 T1 (Schmierfette) oder nach DIN 51581 (Mineralölerzeugnisse).

Verdichterschmieröle mehr

Schmieröle V zur Anwendung in Luftverdichtern und Vakuumpumpen. Meist auf der Basis besonders verdampfungsfester Grundöle (Kernschnitte). Eingeteilt gemäß DIN 51506 nach dem Wirkstoffgehalt in Schmieröle VB, VC, VBL, VCL und VDL.

Verdicker mehr

V., auch Eindicker genannt, sind Stoffe zur Erhöhung der Viskosität oder Konsistenz eines Mediums. Schmierfette setzen sich zusammen aus dem Grundöl, einem Verdicker und ggf. Additive n. Als Verdicker kommen meistens Metallseifen zum Einsatz wie z. B. Aluminium-, Calcium-, Lithium- oder Natriumseife , sowie anorganische Verdicker wie Bentonit e und organische Verdicker wie z. B. Polyharnstoff e und PTFE. Eindicker halten das Öl im Schmierfett im Prinzip wie ein Schwamm und geben es unter Druck wieder ab. Durch diesen gewollten Vorgang erfolgt die Schmierung der Schmierstellen.

Verharzung mehr

Alterungsvorgang von Schmierstoffen und Grundöle n, bei dem hochmolekulare Polymerisation sprodukte entstehen, die die Viskosität bzw. Konsistenz stark erhöhen.

Verschleißschutz-Additive mehr

V., auch AW-Additive, Antiwear-Additive genannt, sind Zusätze gegen Verschleiß auf Basis organischer Verbindungen. Aufgrund physikalisch-chemischer Kräfte kommt es zu Anlagerungen an Metalloberflächen, die einen Schutz gegen Verschleiß bewirken. Diese Wirkstoffe mindern im Mischreibung sgebiet den Verschleiß. Z. B. bei niedrigen Temperaturen durch Physisorption wirkende Zusätze wie Fettsäuren, Fettöle (hochpolare, grenzflächenaktive Stoffe), sowie reaktionsschichtbildende Additive wie Metalldithiophosphate, Hochdruckzusätze in Form von Schwefel-, Chlor-, Phosphorverbindungen etc.

Verseifungszahl (VZ) mehr

Die V. gibt die Menge an Kaliumhydroxid an, die zur Neutralisation aller freien und gebundenen Säuren sowie zur Verseifung der enthaltenen Ester in 1g der Probe (Schmierstoff) notwendig ist. Als Ergebnis der Titration wird die verbrauchte Menge an KOH (Kaliumhydroxid) in mg angegeben. Bestimmung nach DIN 51559.

VG-Klassemehr

Einteilung von Schmierölen nach ihrer kinematischen Viskosität bei +40 °C in vorgegebene Klassen gemäß ISO 3448, siehe Viskositätsklassen.

Vierkugel-Apparat (VKA)mehr
Vierkugel-Apparat (VKA)

Prüfapparat nach DIN 51350 Teil 1 - Teil 6 zur Bestimmung der Schweißkraft (Verschweißen der Prüfkugeln) und der Verschleißkennwerte (Größe von Verschleißkalotten) von Schmierfetten (Teile 4 und 5) und Schmierölen (Teile 2 und 3) sowie zur Bestimmung der Scherstabilität von polymerhaltigen Schmierölen (Teil 6). Teile 2 und 3 werden häufig auch auf Kühlschmierstoffe angewendet. Das System besteht aus einer rotierenden Kugel (1450 min-1), die mit wählbaren Belastungen auf drei gleichen, feststehenden Kugeln gleitet, so dass eine pyramidale Anordnung entsteht. Für die Bestimmung der Schweißlast (Teile 2 und 4) wird die Belastung stufenweise gesteigert, bis das Verschweißen dieses Vierkugelsystems erfolgt. Die Prüfung pro Laststufe dauert 60 s. Als Ergebnis wird die letzte bestandene Prüfstufe (Gutlast) und die Prüfstufe beim Verschweißen (Schweißlast) jeweils in Newton (N) angegeben. Bei der Prüfung der Verschleißkennwerte (Teile 3 und 5) wird die Breite der Verschleißkalotte in mm angegeben.

Viskosität mehr

Maß für die Zähigkeit einer Flüssigkeit oder eines Gases. Die Viskosität kann auch als innere Reibung des Fluids bezeichnet werden. Höhere Viskosität bedeutet geringere Fließfähigkeit und höhere Zähflüssigkeit, niedrige Viskosität höhere Fließfähigkeit und geringere Zähflüssigkeit. Ursache für die unterschiedlichen Viskositäten von Fluiden sind die unterschiedlichen molekularen Strukturen. Abhängig von dieser molekularen Struktur treten unterschiedliche Anziehungskräfte zwischen den Teilchen des Fluides auf. Bei starken Anziehungskräften ist das Fluid zähflüssiger, bei geringeren Anziehungskräften dünnflüssiger. Vereinfacht kann man sich den Aufbau eines Fluides aus Molekülschichten vorstellen. Wenn das Fluid fließt, gleiten die Molekülschichten aneinander vorbei. Um den durch die Anziehungskräfte zwischen den Molekülen erzeugten Widerstand gegen die Verschiebung zu überwinden, wird eine bestimmte Kraft benötigt. Aus dem Zusammenhang zwischen der Kraft und dem erzeugten Geschwindigkeitsgefälle wird die dynamische Viskosität als Proportionalitätskonstante definiert. Dynamische Viskosität = Schubspannung/Geschwindigkeitsgefälle. Die Einheit der Dynamischen Viskosität ist die Pascalsekunde (Pa•s = 1 N•s/m2) 1 mPa•s = 10-3 Pa•s = 1 cP P = Poise (veraltete Einheit) Kinematische Viskosität = Dynamische Viskosität/Dichte. Die Einheit der Kinematischen Viskosität ist mm2/s 1 mm2/s = 10-6 m2/s = 1 cSt St = Stokes (veraltete Einheit) Unter Einwirkung der Schwerkraft ist die Kinematische Viskosität das Verhältnis von dynamischer Viskosität und Dichte (d. h. z. B. im Fall des freien Fließens, Messung mittels einer Kapillaren, siehe auch Ubbelohde-Viskosimeter).

Viskositäts-Druckverhalten mehr

Beschreibt die Abhängigkeit der Viskosität eines Schmieröles vom Druck. Die Viskosität komprimierbarer Flüssigkeiten nimmt mit steigendem Druck zu, dies kann bei hohen Drücken zu beachtlichen Viskositätssteigerungen führen.

Viskositätsindex (VI) mehr

Dimensionslose Maßzahl zur Beschreibung des Viskositäts-Temperaturverhaltens von flüssigen Schmierstoffen und Grundöle n. Durch ein rechnerisches Verfahren wird der Viskositätsindex heute üblicherweise aus den Viskositäten bei 40 °C und bei 100 °C ermittelt. Ein hoher Viskositätsindex steht für eine geringere Änderung der Viskosität mit der Temperatur, ein niedriger Viskositätsindex dagegen für eine stärkere Änderung der Viskosität mit der Temperatur. Naphthenbasische Mineralöle liegen im Viskositätsindex etwa bei 30 - 70, paraffinbasische Mineralöle der Gruppe I liegen im Viskositätsindex bei 90 – 100, modernste Gruppe III-Mineralöle bei 120 – 140, Polyalphaolefine (Gruppe IV) bei 130 – 150, Ester teilweise über 200, Polyglykole bis nahezu 300, Silikonöle bis etwa 400. Durch den Zusatz von sogenannten Viskositätsindex-Verbesserer n kann auch bei Mineralöle der VI bis auf fast 400 gesteigert werden.

Viskositätsindex-Verbesserer mehr

VI-Verbesserer, auch Viscosity Index Improver genannt, sind Additive, die das Viskositäts-Temperaturverhalten von Ölen, vornehmlich Mineralölen, verbessern, d. h. den Grad der Zu- oder Abnahme der Viskosität in Abhängigkeit von der Temperatur verringern. Die resultierenden Öle vereinigen bei tiefen Temperaturen das günstige Start- und Reibungsverhalten eines dünnflüssigeren Öles und bei hohen Temperaturen die gute Schmierwirkung eines höherviskosen Öles. Durch Zusatz von VI-Verbesserern kann der VI von Mineralölen je nach Typ von 30 – 140 bis auf fast 400 gesteigert werden. Typische VI-Verbesserer sind Polymere wie z. B. Polymethacrylate (PMA) und Olefincopolymere (OCP).

Viskositätsklassen mehr

Einteilung von Schmierstoffen nach ihrer Viskosität: a) SAE-Klassifizierung für KFZ-Motorenöle, festgelegt durch die amerikanische Society of Automotive Engineers. Beispiel für ein Mehrbereichsöl: 10W 30 (Die erste Zahl ist ein Maß für die Kälteviskosität – W wie Winter, die zweite Zahl ist ein Maß für die Viskosität bei 100 °C) b) ISO VG-Klassen: DIN ISO 3448 teilt flüssige Industrieschmierstoffe (Hydrauliköle, Getriebeöle, Bettbahnöle, Spindelöle) in 20 Viskositätsklassen (ISO VG-Klassen) ein. Basis ist hier die kinematische Viskosität in mm2/s bei 40 °C. Um die Mittelpunktsviskosität wird ein Toleranzbereich von +/- 10 % zugelassen. Folgende Klassen sind eingeteilt:

VOC mehr

[engl.] (= Volatile organic compound). Bezeichnung für die Gruppe der organischen, leichtflüchtigen Stoffe. VOC-Stoffe verdampfen leicht bzw. liegen schon bei niedrigen Temperaturen (Raumtemperatur) gasförmig vor. Nach WHO-Definition sieden VOC- und VVOC-Stoffe (Very volatile organic compound) bis maximal 260 °C. In Deutschland werden VOC-Stoffe nach ihrem Dampfdruck bei 20 °C klassifiziert (mindestens 0,01 kPa). Zur Vermeidung bzw. Verringerung der VOC-Emission wurde die EU-Richtlinie 1999/13/EG erlassen, bzw. in Deutschland z. B. die VOC-Anlagen-Verordnung (VAV) daraus abgeleitet.

Vollsynthetisch mehr

Ohne Verwendung von Mineralöl als Rezepturkomponente.

VSI mehr

(= Verband Schmierstoff-Industrie e.V.). Vereinigung aller bedeutenden Schmierstoffhersteller in Deutschland mit Sitz in Hamburg (multinationale Ölkonzerne ebenso wie kleine und mittelständische Unternehmen). Die mehr als sechzig Mitgliedsfirmen repräsentieren ca. 90 % der deutschen Schmierstoffindustrie. Der VSI koordiniert die Normungsarbeit im Schmierstoffbereich, sorgt durch Arbeitskreise für den Austausch und die Verbreitung technischer Informationen, organisiert Schulungen sowie Seminare und vertritt die Interessen der Mitglieder gegenüber Behörden und anderen Verbänden.

Walkpenetration mehr

Messung der Konuspenetration von Schmierfetten nach vorheriger Walkung im Fettkneter nach DIN ISO 2137. Zur Charakterisierung von Schmierfetten werden diese nach DIN 51 818 in sog. NLGI-Konsistenzklassen eingeteilt, wobei die Einordnung aufgrund von Messungen der Walkpenetration nach 60 Doppelhüben bei 25 °C nach DIN ISO 2137 erfolgt.